Selbstcoaching-Methoden: 3 Metaphern, die mein Leben seit 20 Jahren prägen

26. März 2023
3 lebensverändernde Metaphern

Das Wichtigste in Kürze:

– Der Holzfäller mit der stumpfen Säge: warum ständiges Ranklotzen ohne Pause selten die beste Idee ist
– Herkunft: Die Holzfäller-Metapher stammt vom Managementtrainer Stephen Covey.
– Die großen Steine zuerst ins Glas: wie du wichtige Themen priorisierst, bevor der Alltag den Platz wegnimmt
– Das Rad des Lebens: ein einfaches Werkzeug, um zu sehen, welcher Lebensbereich gerade zu kurz kommt
Bonus: wie ich diese drei Bilder heute in meinen monatlichen Challenges nutze

Der Artikel wurde am 18.07.2026 aktualisiert.

Eisenhower-Matrix, ABC-Analyse, SMART – wenn du dich für Selbstcoaching-Methoden, Selbstorganisation und Zeitmanagement interessierst, weißt du sofort, wovon die Rede ist. Ich muss allerdings gestehen: Ich setze diese bekannten Methoden nur äußerst selten bewusst ein. Wie schaffe ich es dann trotzdem, meinen Hauptberuf, meine freiberufliche Tätigkeit als Werbetexterin, meine Beziehung, Familie, Freunde, Hobbys, Sport und die Vermietung unseres Mehrfamilienhauses unter einen Hut zu bekommen, ganz ohne klassisches Zeitmanagement?

Die Antwort: Meine gesamte Selbstorganisation lässt sich auf genau drei Metaphern zurückführen, die ich irgendwann in meinem Leben gehört habe und nie wieder vergessen konnte. Ich nutze sie bis heute, unter anderem in meinen monatlichen Challenges. Hier zeige ich dir, welche das sind und wie du sie für dich nutzen kannst.

Hier sind sie: die lebensverändernden Selbstcoaching-Metaphern

#1 Metapher zur Effektivität: Der Holzfäller mit der stumpfen Säge

Holzfäller Franz verdiente seinen Lebensunterhalt damit, Bäume zu fällen und das zerkleinerte Holz zu verkaufen. Eines Tages bemerkte er, dass seine Säge nicht mehr so mühelos durch das Holz schnitt wie früher. Er arbeitete, so hart er konnte um so viel zu schaffen wie früher, aber er war ständig erschöpft und seine Arbeit dauerte viel länger als sonst. Er musste viel mehr Kraft aufwenden, um das Holz zu schneiden, was ihn frustrierte und entmutigte.

Eines Tages kam Holzfäller Hans vorbei, dem sofort auffiel, dass Franz mit einer stumpfen Säge arbeitete. „Mein Freund“, sagte Hans, „du solltest deine Säge schärfen. Mit einer stumpfen Säge zu arbeiten, kostet dich mehr Zeit und Energie, als es müsste.“ Franz antwortete darauf: „Ich weiß, aber ich habe keine Zeit dazu, du siehst doch, wie viel ich zu tun habe …“

Illustration zur Holzfäller-Metapher: stumpfe Säge schärfen als Sinnbild für effektive Selbstcoaching-Methoden

Wie ich inzwischen weiß, stammt die „Holzfäller-Metapher“ von dem Managementtrainer und Beststellerautor Stephen Covey. Wann ich sie erstmals gehört habe, weiß ich nicht mehr genau, aber es muss mindestens 20 Jahre her sein. Seitdem ist sie in meinem Denken immer präsent, und ich hinterfrage meine eigenen Methoden regelmäßig daraufhin, ob ich mal wieder „meine Säge schärfen“ muss. Schließlich möchte ich in keinem Lebensbereich mehr Zeit, Energie und Mühe aufwenden als notwendig.

Einige Jahre später hörte ich die folgende Geschichte, die mich ebenfalls so beeindruckt hat, dass sie seitdem mein Denken und Handeln bestimmt:

#2 Metapher zu Prioritäten: Die großen Steine müssen zuerst ins Glas

Ein Professor hielt vor seinen Studenten eine Vorlesung über das Leben. Vor ihm stand ein leeres Glas, neben ihm lagen einige große Steine. Der Professor legte einen der Steine in das leere Glas.

„Was denkt ihr, passt noch ein Stein in das Glas?“, fragte er seine Studenten.

Einige der Studenten antworteten: „Nein, das Glas ist schon voll!“.

Der Professor lächelte und holte unter dem Schreibtisch einige Steine hervor, die etwas kleiner waren als der erste. Er platzierte einen der kleineren Steine vorsichtig in einer Lücke in dem Glas und fragte dann: „Was denkt ihr, passt noch ein Stein in das Glas?“.

Diesmal sagten die Studenten: „Vielleicht ein noch kleinerer Stein oder Kies“.

Wieder lächelte der Professor, nahm eine Handvoll Kies und schüttete ihn in das Glas. Er schüttelte das Glas vorsichtig, damit die Steinchen ​​zwischen den großen Steinen Platz fanden und wiederholte das Ganze, bis das Glas bis zum Rand gefüllt war.

Es geht um Selbstcoaching-Methoden: Große und kleine Steine sowie Kies in einem Glas als Symbol fürs Priorisieren

„Was denkt ihr, ist das Glas jetzt voll?“, fragte er.

Einige Studenten schienen sich unsicher, aber die meisten von ihnen nickten zustimmend.

Der Professor nahm nun eine Kanne mit Wasser und goss sie in das Glas, bis das Wasser bis zum Rand stand.

„Was zeigt Ihnen dieses Experiment?“, fragte der Professor, und einer der Studenten antwortete: „Es gibt immer noch Platz für mehr, aber man muss bereit sein, die großen Steine ​​zuerst in das Glas zu legen“.

Die Metapher des Professors hatte die Studenten tief berührt. Sie verstanden, dass das Leben wie ein Glas ist, das man füllen kann. Wenn man den wichtigen Themen den nötigen Raum gibt, wird es immer noch Platz für alles andere geben. Wenn man sein Leben jedoch zunächst mit vielen kleinen Dingen füllt, werden die großen, wichtigen Themen keinen Platz mehr finden.

Diese Metapher ist für mich allgegenwärtig, seit ich sie vor etwa 10-15 Jahren erstmals gehört habe. Seitdem denke ich immer, wenn ich meine Prioritäten neu sortiere, in „Steingrößen“.

Hier kommt auch gleich meine dritte große „Lebensweisheit“:

#3 Metapher zur Work-Life-Balance: Das Konzept vom Rad des Lebens

Das Rad des Lebens oder auch Wheel of Life ist ein Selbstcoaching-Tool, das die wichtigsten Lebensbereiche in einem Kreis darstellt, um die eigene Zufriedenheit auf einen Blick sichtbar zu machen.

Das für mich vergleichsweise neue Konzept besagt, dass für ein erfülltes Leben alle Bereiche des Lebens in Balance sein sollten. Das Rad des Lebens ist wie ein Kreis mit acht Abschnitten, die die wichtigsten Aspekte des Lebens darstellen. Oft sind es diese Bereiche:

  • Karriere
  • Finanzen
  • Gesundheit
  • Familie
  • Freunde
  • persönliche Entwicklung
  • Freizeit und
  • Spiritualität.

Wem andere Dinge wichtig sind, setzt seine Prioritäten anders. So könnte so ein Lebensrad aussehen:

Rad des Lebens mit acht Lebensbereichen zur Selbstreflexion
Rad des Lebens

Damit das Rad des Lebens „rund läuft“, sollten alle 8 Bereiche in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, wobei die eigene Zufriedenheit der einzige anzusetzende Maßstab ist.

Man schaut sich also jeden seiner Lebensbereiche an und vergibt Punkte zwischen 0 – völlig unzufrieden und 10 – absolut zufrieden. Um den aktuellen Zustand seines Lebensrad – sprich der Balance der wichtigen Lebensbereiche – zu veranschaulichen, kann man die Punkte auf dem jeweiligen Strahl in einer symbolischen Lebensrad-Grafik eintragen. Die 0 würde dann im Mittelpunkt stehen, die 10 ganz außen. Irgendwo dazwischen – am besten natürlich ganz außen – setzt man auf jedem Strahl einen Punkt, der die Zufriedenheit in dem jeweiligen Lebensbereich symbolisiert. Verbindet man nun die einzelnen Punkte miteinander, bildet sich idealerweise ein Kreis oder eben ein „Rad“.

So erkennt man vielleicht, dass man auf seinem Lebensrad einige Bereiche vernachlässigt hat und kann gezielt an den Themen arbeiten, die in letzter Zeit zu kurz gekommen sind. Zum Beispiel …

  • regelmäßig Sport zu treiben und sich gesünder ernähren, um seine Gesundheit zu verbessern,
  • regelmäßig Zeit mit Freunden und der Familie einplanen, um die Beziehungen zu pflegen und zu stärken,
  • sich berufliche Ziele setzen, um die Karriere voranzubringen,
  • genügend Freizeit für Hobbys und die persönliche Entwicklung reservieren.

Seitdem ich das Konzept des Lebensrads kenne, schaue ich mir mein persönliches Lebensrad immer mal an, meistens um den Jahreswechsel herum, und überlege, wie zufrieden ich in jedem meiner 8 Lebensbereiche bin. Rund läuft mein Lebensrad, wenn alle 8 Lebensbereiche möglichst gleich gut bewertet sind. Anderenfalls „holpert“ es, und dann muss ich daran arbeiten, dass es wieder runder läuft – schließlich will ich ja nicht gebremst werden …

Für mich ist auch diese Metapher lebensverändernd. Auch, oder vielleicht auch gerade weil sie so einfach und anschaulich ist. Entscheidend ist für mich dabei, dass nur mein eigener Maßstab zählt, nicht die Bewertung von außen. Wenn ich selbst mit meiner Situation in dem jeweiligen Bereich zufrieden bin, dann gibt es dafür 10 Punkte, egal was mein Umfeld sagt.

Wie setze ich meine drei Lieblings-Metaphern praktisch um?

Ich setze sie ganz konkret in meinen monatlichen Challenges um, die ich seit April 2024 in meiner Challenge-Kategorie dokumentiere – jeden Monat eine neue Challenge. Warum ich das mache, hat mit meinen drei Lieblings-Metaphern zu tun.

Wenn ich zum Beispiel merke, dass ich an irgendeiner Stelle effizienter agieren könnte, denke ich an Franz und seine stumpfe Säge. Dann ist schnell die nächste Challenge-Idee geboren.

Damit diese Challenge dann auch tatsächlich täglich ihren Platz in meinem Leben findet, muss sie ein großer Stein sein, jedenfalls für diesen Monat.

Bei der Auswahl meiner Monats-Challenges habe ich natürlich auch immer mein Lebensrad im Blick. Der Bereich, der gerade am meisten holpert, hat große Chancen, seine eigene Challenge zu bekommen.

MetapherRolle bei der Monats-ChallengeWie das aussieht
Stumpfe SägeAuslöser der Challenge-IdeeIch merke, dass ich irgendwo effizienter agieren könnte – daraus entsteht die nächste Challenge-Idee
Große SteineUmsetzungsprinzip danachDamit die Challenge im Monat wirklich täglich Platz findet, muss sie wie ein großer Stein behandelt werden
LebensradAuswahlkriterium fürs ThemaDer Bereich, der gerade am meisten holpert, hat die größten Chancen, seine eigene Challenge zu bekommen

Möchtest du mehr darüber wissen? Hier findest du alle meiner bisherigen Monats-Challenges.

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Mir zeigen diese kleinen Geschichten wieder einmal, wie stark „Storytelling“ oder anschauliche Bilder auf uns wirken können. Während eher abstrakte Darstellungen der einfachen Sachverhalte einfach an mir vorbeigerauscht wären, haben sich diese kleinen Storys dauerhaft verankert und beeinflussen seitdem mein Denken und Handeln.

Typische Stolpersteine beim Anwenden

Ehrlich gesagt klappt das mit den drei Metaphern nicht immer so glatt, wie es sich beim Lesen anhört. Zwei Stolpersteine erwische ich bei mir selbst am häufigsten.

Der erste: Ich warte oft zu lange, bis ich meine Säge wirklich schärfe. Ich weiß dann genau, dass ich mit stumpfem Werkzeug arbeite. Trotzdem ist es manchmal einfacher, einfach weiterzupowern, statt den Prozess effizienter zu machen. Denn dafür müsste ich erst herausfinden, wie es besser geht, und das ist noch mal eine ganz eigene Baustelle.

Der zweite Stolperstein sitzt bei den großen Steinen. Manchmal sind die Steine einfach zu groß fürs Glas. Oder ich versuche, gleich mehrere große Steine auf einmal reinzuquetschen, statt mich für einen zu entscheiden.

Beide Stolpersteine sind mir vertraut, und beide tauchen immer wieder auf. Die Metaphern lösen also nicht automatisch alles, sie erinnern mich nur daran, worauf ich achten sollte.

Illustration zu Selbstcoaching-Methoden:  Schreibtisch-Flatlay mit Händen, die auf einer Laptop-Tastatur schreiben.

Wie ist es bei dir? Hast du ähnliche „Lebensweisheiten“, die dich schon lange begleiten? Ich freue mich, wenn du sie in den Kommentaren mit mir teilst.

Häufig gestellte Fragen zu Selbstcoaching-Methoden

Ein paar Fragen, die mir zu diesen drei Metaphern öfter begegnen:

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Über mich

Astrid Engel

Hey, ich bin Astrid. Auf meinem Blog dreht sich alles um Struktur, Planung, Zeitmanagement und Organisation für Scannerpersönlichkeiten, Multitalente, Multipotentialite und kreative Chaoten. Nenne uns, wie du willst – für mich sind wir einfach „Scanner“.

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