Du sitzt zwischen drei angefangenen Projekten. Zwei neue Ideen klopfen schon an. Und irgendwo zwischen Begeisterung und schlechtem Gewissen fragst du dich: Warum kriegen das andere so geradlinig hin, ich aber nicht? Wenn du eine Scanner-Persönlichkeit bist oder dich als Vielbegabte immer wieder zwischen Ideen, Projekten und Möglichkeiten wiederfindest, bist du hier genau richtig. Viele Scanner-Persönlichkeiten glauben jahrelang, sie müssten sich nur besser organisieren oder disziplinierter sein. Doch oft liegt das Problem nicht bei dir, sondern im Versuch, linear in einem nicht-linearen System zu funktionieren. Hier findest du 15 Erkenntnisse, die viele Scanner-Persönlichkeiten viel zu spät haben und die dir heute schon helfen, dich selbst zu verstehen.
Vielleicht erkennst du dich hier wieder:
🔸Du bist eine Scanner-Persönlichkeit oder Vielbegabte mit vielen Interessen.
🔸Du startest mit Begeisterung und verlierst sie manchmal wieder.
🔸Du zweifelst gelegentlich, ob dir Fokus oder Disziplin fehlen.
🔸Du möchtest dein Scanner-Leben nicht mehr reparieren, sondern verstehen.
Dann lies weiter. Denn viele Herausforderungen einer Scanner-Persönlichkeit sind keine Schwäche, sondern Ausdruck von Vielbegabung.
Was ist eine Scanner-Persönlichkeit?
Doch was genau bedeutet eigentlich „Scanner-Persönlichkeit“? Bevor wir in die 15 Erkenntnisse eintauchen, lass uns den Begriff kurz einordnen.
Scanner-Persönlichkeit einfach erklärt:
Was ist eine Scanner-Persönlichkeit?
Der Begriff „Scanner-Persönlichkeit“ beschreibt Menschen mit vielen Interessen, Talenten und Neugierfeldern. Er stammt aus dem Persönlichkeits- und Coaching-Kontext und ist keine wissenschaftliche Diagnose, sondern ein Erklärungsmodell.
Typische Merkmale einer Scanner-Persönlichkeit:
🔸Viele gleichzeitige Interessen und Projekte
🔸Begeisterung in intensiven Phasen (zyklisches Arbeiten)
🔸Schnelle Auffassungsgabe und starke Neugier
🔸Schwierigkeit mit langfristiger Festlegung auf „nur eine Sache“
🔸Kreative Verknüpfung unterschiedlicher Themenbereiche
Stärken von Scanner-Persönlichkeiten:
🔸Interdisziplinäres Denken
🔸Hohe Lernfähigkeit
🔸Innovationskraft
🔸Anpassungsfähigkeit
🔸Multidimensionales Problemlösen
Herausforderungen:
🔸Selbstzweifel durch Vergleich mit linear arbeitenden Menschen
🔸Überforderung durch zu viele Optionen
🔸Schwierigkeiten mit klassischer Positionierung
🔸Druck, sich „entscheiden zu müssen“
Wichtig zu wissen:
Scanner-Persönlichkeiten brauchen kein starres Karrierekonzept, sondern flexible Strukturen, die Vielfalt erlauben.
Warum viele Scanner-Persönlichkeiten zu lange an sich zweifeln
Es gibt Dinge, die lernen wir nicht in der Schule, nicht im Studium, nicht im ersten Job. Vor allem nicht, wenn wir Scanner-Persönlichkeiten sind. Stattdessen durchlaufen viele von uns immer wieder die gleichen Phasen: Begeisterung, Überforderung, Selbstzweifel, Neuanfang.
Vielleicht hast du lange gedacht, du müsstest dich nur besser organisieren. Disziplinierter sein. Konsequenter durchziehen. Und dann, manchmal erst Jahre später, wird dir klar: Ah. So funktioniert das also mit mir …
Du warst nie das Problem. Du hast nur versucht, linear in einem nicht-linearen System zu funktionieren. Die folgenden 15 Erkenntnisse entstehen genau aus diesem Perspektivwechsel.
1. Scanner-Persönlichkeiten müssen sich nicht auf eine Sache festlegen
Die Welt liebt Spezialisierung. Scanner lieben Vielfalt. Und nein – du musst dich nicht kleiner machen, nur damit andere dich besser einordnen können.
Ich hätte mir diese Erkenntnis schon vor 20 oder 30 Jahren gewünscht. Wie sehr habe ich mich zeitweise wegen meiner vermeintlichen “Unentschlossenheit” geschämt, besonders zu Beginn meiner Vollzeit-Selbstständigkeit.
Auch wenn mein Kopf sehr genau verstanden hat, warum ich mich für eine Sache entscheiden sollte – es wollte mir einfach nicht gelingen. Ich habe lange geglaubt, irgendwann müsse „die eine Richtung“ kommen. Kam aber nicht.
Inzwischen habe ich gelernt, dass es nicht darum geht, mich zu “disziplinieren”, sondern dass Positionierung für Scanner auf eine besondere Weise funktioniert.
Wenn dich das Thema Selbstständigkeit als Scanner-Persönlichkeit beschäftigt und du wissen willst, warum ich mit klassischen Positionierungsratschlägen nichts anfangen konnte, dann lies hier weiter:
Selbstständig als Scannerpersönlichkeit: Warum es bei mir nicht funktioniert hat
Praxis-Impuls:
🔸Erstelle statt eines Lebensziels lieber eine „Themen-Landkarte“:
🔸Welche 5–7 Bereiche ziehen sich wie ein roter Faden durch dein Leben?
🔸Scanner denken in Netzwerken, nicht in Linien.
2. Begeisterung darf zyklisch sein
Deine Euphorie verschwindet nicht, weil du unmotiviert oder sprunghaft bist, sondern weil dein Gehirn nach Neuem sucht. Das ist dein System.
Schon als junges Mädchen war mir aufgefallen, dass Themen für eine Weile sehr präsent bei mir sind, nur um kurz danach komplett zu versanden. Dumm nur, wenn es sich bei diesen “Themen” zum Beispiel um ein Hobby handelt, für das Werkzeug, Material, Bücher benötigt werden. Plötzlich steht das alles herum und wird nicht mehr benötigt. Okay, dachte ich mir damals, gebe ich es eben weiter. Verschenken, verkaufen, jedenfalls weg.
Nur – nach nur wenigen Monaten war genau die gleiche Begeisterung wieder da. Und ich konnte selbst nicht verstehen, warum ich mich Hals über Kopf von – beispielsweise – Wolle, Strickanleitung und Stricknadeln trennen konnte. Oder von der Wachssammlung zum Kerzengießen.
Inzwischen weiß ich, dass ich zyklisch funktioniere. Es gibt Konstanten, die bleiben – so wie seit mehreren Jahren dieser Blog. Oder mein Newsletter. Oder vielleicht meine Begeisterung fürs Schreiben insgesamt. Aber … ob ich mich zum Beispiel bei Instagram blicken lasse, das hängt von der “Welle” ab, in der ich mich gerade befinde.
In meinem Artikel über meinen früheren Claim „My Flow Must Go On“ beschreibe ich, wie ich gelernt habe, zyklisch statt linear zu arbeiten – ein Modell, das für viele Scanner-Persönlichkeiten enorm entlastend ist.
👉 My Flow Must Go On … – was dieser Claim für mich bedeutet
Praxis-Impuls:
🔸Plane Projekte in 90-Tage-Zyklen statt „für immer“. Buchtipp: Das 12-Wochen-Jahr: Wie Sie in 12 Wochen mehr schaffen als andere in 12 Monaten*
🔸Frage dich: Will ich das jetzt wirklich? – nicht: Will ich das bis zur Rente?
Ich mach das übrigens über eine sogenannte “To-Want-Liste” für das jeweilige Quartal. Hier kannst du mal reinschauen, wie das gemeint ist: Meine To-Want-Listen der letzten Quartale
3. Du brauchst kein „Warum für immer“
Viele Scanner suchen jahrelang nach dem einen großen Lebenszweck. Vielleicht ist dein Zweck aber Entwicklung. Wachstum. Erfahrung? Und das darf sich verändern.
Der Druck, DEN Lebenszweck zu finden, blockiert viele Scanner. Der Mythos von dem großen Lebenszweck, der magischen Bestimmung, ist für mich vergleichbar mit der Erzählung von “der einen großen Liebe fürs Leben”.
Ich will nicht bestreiten, dass es beides gibt – den Lebenszweck ebenso wie die große Liebe. Aber dass man einfach nur warten müsse, dass irgendwann die Erkenntnis einschlägt wie ein Blitz – oder dass DIE Person irgendwann vor uns steht – daran mag ich dann doch nicht glauben.
Das sage ich heute. Frag mich bitte nicht, was ich in meinen Zwanzigern dachte …
Was, wenn dein Warum Entwicklung ist? Heute bin ich sicher, dass wir unserem Warum näher kommen, indem wir mit offenen Augen durchs Leben gehen, wissbegierig sind, uns weiterentwickeln, neugierig sind. Growth Mindset nennt sich das – Wachstums-Gedankenwelt.
Auf diesem Weg darfst du gern verschiedene Blumen am Wegesrand pflücken …
Praxis-Impuls:
🔸Formuliere dein „Warum für diese Phase“.
🔸Erlaube dir Versionen von dir.
4. Fokus entsteht für Scanner-Persönlichkeiten durch Begeisterung
Disziplin funktioniert bei dir nur begrenzt. Je mehr du dich zwingst, desto mehr rebelliert dein System. Was wirklich wirkt: Neugier. Wenn dich etwas packt, brauchst du keinen Motivationsspruch, richtig?
Viele Scanner-Persönlichkeiten glauben, sie hätten ein Fokusproblem – dabei ist es oft ein Relevanzproblem. Ich kann durchaus diszipliniert sein. Konnte ich schon immer. Aber manchmal ist das, was ich mit meiner Disziplin erzwinge, sehr, sehr zäh.
Das Kontrastprogramm: Ein kurzer Impuls, ein “Geistesblitz”, und dann das passende Setting – und ich tauche stundenlang ab. Und wenn mich niemand stört, höre ich erst auf, wenn ich fertig bin. Mit meinem Text, meinem Projekt, meinem Experiment. Dann vergesse ich die Welt um mich herum, das Essen, den Schlaf.
Okay, das konnte ich schon immer gut. Inzwischen weiß ich auch, wie ich diesen Flow-Zustand – denn darum handelt es sich – selbst herbeiführen kann.
Lies auch meinen Blogartikel:
Was ist Flow? Meine persönlichen Erfahrungen mit dem beflügelnden Arbeitsglück
Praxis-Impuls:
🔸Bevor du etwas startest, beantworte:
- Warum jetzt?
- Was begeistert mich wirklich daran?
- Würde ich das auch tun, wenn niemand zuschaut?
5. Zu viele Ideen sind kein Problem, nur ungefilterte Ideen sind es
Weniger Ideen sind keine Lösung, bessere Filter schon. Gerade für Scanner-Persönlichkeiten mit vielen Interessen ist ein klarer Ideenfilter oft wichtiger als noch mehr Zeitmanagement.
Wahrscheinlich hast du auch wesentlich mehr Ideen, als du umsetzen kannst. So wie ich. Und vielleicht kennst du auch den Gedanken: Wenn ich nur etwas mehr Zeit hätte, dann …
Hast du aber nicht. Dennoch kann dieser Gedanke quälend sein. Früher habe ich dann in meinen “Wutgedanken” versucht, jemand dafür verantwortlich zu machen. Jemand, der mir meine Zeitautonomie raubt.
Mir hilft es inzwischen, wenn ich meine Ideen einfach nur aufschreibe. Oder per Sprachnachricht festhalte. Manchmal stellt sich beim “Materialisieren” der Idee schon heraus, dass sie doch nicht so “genial” ist, wie sie sich zunächst angefühlt hat. Das könnte schon der erste Filter sein.
Wenn die Idee auf diese Weise einmal gesichert ist, hast du sie schon mal “geparkt”. Wenn du sie dir nach einigen Tagen noch einmal ansiehst, könntest du schon genauer erkennen, ob du sie immer noch umsetzen möchtest. Und dann empfehle ich dir, dein eigenes Bewertungsschema zu bauen, wenn du nicht nur nach Bauchgefühl entscheiden möchtest. Das ist auch sinnvoll, wenn du mehrere Ideen hast, die du nicht parallel umsetzen kannst.
Praxis-Impuls:
🔸Führe eine „Ideen-Parkplatz-Liste“.
🔸Nur Projekte, die 3 Kriterien erfüllen (z. B. Umsatzrelevanz, Lernfaktor, Freude), dürfen starten.
6. Nicht jedes Projekt ist für die Monetarisierung da
Manche Projekte sind Trainingsfelder, andere sind Spielräume. Manche Projekte waren nur dafür da, dich weiterzubringen.
Kennst du auch diese Empfehlungen, nach denen du deine Projekte auswählen solltest? Also, dass sie vor allem Umsatz bringen müssen? Nicht, dass ich nicht gern Geld verdiene, aber mir verdirbt es oft den Spaß an der Sache, wenn ich den monetären Aspekt in den Vordergrund stelle.
Natürlich muss der Lebensunterhalt gesichert sein, sonst machen die sogenannten “Spaßprojekte” auch keinen Spaß. Meine persönliche Lösung sieht so aus:
Sidepreneur statt Vollzeit-Selbstständigkeit – mein Weg als Scanner-Persönlichkeit
Praxis-Impuls:
🔸Markiere Projekte bewusst als:
- Business
- Experiment
- Hobby
Das entlastet enorm.
7. Routinen sind keine Kreativitätskiller für Scanner-Persönlichkeiten
Du dachtest vielleicht lange, Routinen engen dich ein. In Wahrheit schaffen sie mentale Freiheit. Struktur ist kein Gefängnis. Sie ist Fundament und Energie-Management.
Es heißt oft, Routinen und Struktur wären langweilig, einengend, auf jeden Fall völlig ungeeignet für Scannerpersönlichkeiten. Das sehe ich komplett anders. Routinen und Struktur sind für mich eher sowas wie eine “Überlebenshilfe”. Natürlich nicht jede Routine. Nicht jede Struktur. Aber scannergerechte Routinen, die ich mir selbst kreiere, die entlasten mich extrem.
Eine dieser Routinen sind meine Challenges, bei denen ich mir jeden Monat eine bestimmte Aufgabe stelle, die ich sonst nie erledigen würde. Bedingung: Ich unternehme jeden Tag einen kleinen Schritt und die Sache ist zeitlich begrenzt, das Monatsende ist zugleich die Deadline.
In diesem Monat befasse ich mich meistens sehr tiefgründig mit meinem Thema – so tiefgründig wie es anderenfalls wahrscheinlich nie geschehen wäre. Und – du ahnst es: Ich entwickle gute Ideen rund um das Monatsthema.
Meine monatlichen Challenges sind mein persönliches Struktur-Tool für Scanner-Persönlichkeiten: begrenzt, spielerisch und tiefgehend zugleich.
Hier findest du alle meine bisherigen Challenges >>>
Praxis-Impuls:
🔸Baue nur 2 feste Anker in deinen Tag ein (z. B. Start-Ritual + Abschluss-Ritual).
Mehr braucht es oft nicht.
Deine Challenge hältst du sowieso nicht durch? Das kannst du ändern!
In meinem Mini-Kurs „Diesmal bleibe ich dran!“ lernst du 7 Erfolgsfaktoren kennen, mit denen du in Zukunft jede Challenge meisterst!
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8. Vergleich ist Gift – besonders für Scanner-Persönlichkeiten
Andere wirken geradlinig. Zielstrebig. Klar. Du wirkst sprunghaft. Aber du siehst Zusammenhänge, wo andere nur Linien sehen. Du vergleichst deinen Backstage-Alltag mit dem Instagram-Highlight-Reel anderer.
Bist du auch oft unzufrieden weil du das Gefühl hast, auf der Stelle zu treten? Ich ja. In Marketing und Werbung werden uns ständig Beispiele vor die Nase gehalten, die erfolgreicher, schneller reich, klüger sind als wir – und das nagt an unserem Selbstvertrauen. Wie gesagt, ich kenne das bestens.
Und ich kann mir immer wieder sagen, dass ich ich bin und die andere Person ganz andere Rahmenbedingungen hat – es hilft nicht immer.
Was ich mir dann allerdings sage:
Ich nehme öfter an sportlichen Wettkämpfen teil. Früher waren es Läufe, heute eher Radrennen oder sportliche Wanderungen. Da ist mir aufgefallen, dass ich ständig das Gefühl habe, ich würde ganz hinten liegen. Weil ich eben nur sehe, wer vor mir ist oder mich überholt. Erst im Ziel sehe ich, wie viele Sportler:innen erst nach mir ins Ziel kommen.
Und vielleicht ist das im Leben genauso: Du siehst nur die, die vor dir laufen. Nie die, die noch kommen.
Praxis-Impuls:
🔸Vergleiche dich nur mit deiner letzten Version – nicht mit fremden Lebensläufen.
9. Ideen dürfen reifen
Nicht jedes Hoch muss sofort umgesetzt werden. Manchmal hilft es, eine Idee 48 Stunden liegen zu lassen. Wenn sie dann noch ruft, ist sie relevant.
Ärgerst du dich manchmal darüber, dass dein Leben dir nicht den Raum bietet, jede deiner Ideen sofort umzusetzen? Ich kenne das bestens. Damit ich mit der Situation nicht allzusehr hadere, nutze ich die Zwangspause inzwischen als natürlichen Ideenfilter. Denn schon einige Stunden Abstand können die Idee “entzaubern”. Diese Sichtweise kann sehr entlasten.
Praxis-Impuls:
🔸48-Stunden-Regel: Wenn die Idee nach zwei Tagen noch Energie erzeugt, bekommt sie Raum.
10. Du darfst dich als Scanner-Persönlichkeit ernst nehmen
Viele Scanner machen ihre Vielfalt klein: „Ach, ich probiere halt viel aus …“
Nein. Du experimentierst bewusst, verbindest Disziplin mit Neugier. Das ist eine Kompetenz.
Praxis-Impuls:
🔸Liste deine „gesammelten Fähigkeiten“ auf – nicht nur deine Berufsbezeichnungen.
11. Produktivität funktioniert für Scanner anders
Vielleicht arbeitest du in intensiven Sprints. Vielleicht brauchst du kreative Phasen. Linearer Output ist kein Maßstab für deinen Wert.
Ich wollte immer produktiv sein und habe begeistert alles in mich aufgesaugt, was mich produktiver machen könnte. Schon als Kind …
Du ahnst es sicherlich schon: All die renommierten Methoden rund um Produktivität und Zeitmanagement wollten bei mir nicht so richtig fruchten, so sehr ich es auch versuchte.
Heute gebe ich der einen oder anderen Methode gelegentlich noch mal eine neue Chance, oft in einer leicht abgewandelten Form. Denn ich weiß: Produktivität für Scanner funktioniert nicht nach klassischen Zeitmanagement-Regeln.
Klassische Produktivitätsmethoden sind oft für linear denkende Menschen gemacht, nicht für Scanner-Persönlichkeiten.
Praxis-Impuls:
🔸Plane Fokus-Sprints (z. B. 3×45 Minuten) statt 8-Stunden-Marathons.
12. Du darfst als Scanner-Persönlichkeit mehrere Identitäten haben
Unternehmerin. Kreative. Strategin. Denkerin. Mentorin. Du musst dich nicht auf eine Rolle reduzieren.
Das Gute ist: Wir können jede Rolle vollkommen frei und vollkommen neu für uns definieren. Okay, das machen wir ja sowieso. Aber ist es nicht toll, wenn wir diese Möglichkeit ganz bewusst nutzen, um unsere Vielfalt als Scannerpersönlichkeit auszudrücken? Ich meine, so richtig?
Praxis-Impuls:
🔸Baue deine Marke nicht um eine Rolle, sondern um eine Haltung.
13. Dein Umfeld versteht deine Vielbegabung nicht immer
Nicht jeder kann Multitalent nachvollziehen. Du brauchst keine Erlaubnis, vielfältig zu sein.
Ich habe mir angewöhnt, genau zu unterscheiden, wo ich “Scannerin” sein darf und wo ich meine Vielseitigkeit im Hintergrund halte. Und das ist völlig okay für mich – schließlich habe ich mehrere Identitäten, wenn du dich an Punkt 12 erinnerst. Auch das gehört zu meiner Vielseitigkeit: Dass ich auch mit Menschen und Situationen kompatibel bin, die mit meiner Scanner-Natur nicht so gut umgehen können.
Das ist kein Verstellen, auch kein Unterordnen, das ist Flexibilität. Und ich durfte es lernen – ich konnte es nicht immer.
Praxis-Impuls:
🔸Wenn du dich mit anderen Scanner-Persönlichkeiten austauschen möchtest, findest du im HappySteps-Club einen Raum für Inspiration, Struktur und ehrliche Gespräche über das vielbegabte Leben.
Hier kannst du dich anmelden: Zum HappySteps-Club
Deine Challenge hältst du sowieso nicht durch? Das kannst du ändern!
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14. Du bist nicht unentschlossen, du denkst multidimensional
Du siehst mehr Perspektiven. Das wirkt zögerlich, ist aber oft strategisch klug.
Wer so viele Optionen hat wie wir, dem fällt es oft schwer, sich für eine Option zu entscheiden. Kennst du das auch, dass du im Restaurant immer die letzte ist, die bestellt? Weil du dir bis zur letzten Sekunde die Entscheidung für einen deiner zwei oder drei Favoriten offenhalten willst?
Entscheidungen als Scanner zu treffen, fühlt sich oft komplexer an, weil du mehr Perspektiven siehst.
Ich arbeite an mir. Beispielsweise habe ich mir die Regel gesetzt, dass ich nur etwas bestelle, was ich nicht so einfach nachkochen könnte.
Oder ich folge meinem allerersten Impuls, das wurde mir mal empfohlen. Weil das auf jeden Fall die richtige Entscheidung ist, und nach der suchen wir ja, richtig?
Wie ich das mit den Entscheidungen sehe, kannst du hier nachlesen:
Als Scannertyp Entscheidungen treffen, geht das auch in schnell?
Praxis-Impuls:
🔸Begrenze Entscheidungszeit.
🔸Analyse darf Tiefe haben, aber auch eine Deadline.
15. Dein Weg als Scanner-Persönlichkeit wird nie „klassisch“ aussehen
Scanner-Persönlichkeiten bauen kein gerades Karriere-Gerüst, sie bauen ein Ökosystem aus Erfahrungen. Deshalb verbindest du Dinge, die andere nie zusammenbringen würden. Das ist deine Stärke. Irgendwann merkst du: Die vermeintlichen Umwege waren Verknüpfungen.
Ich glaube, an dem Punkt bin ich gerade. An dem alles zusammenpasst. An dem jeder Strang meines Werdegangs sinnvoll eingebettet ist. Aber vielleicht liegt das nur daran, dass ich gelernt habe, die Vorteile meiner Scannerpersönlichkeit anzuerkennen und mit den Nachteilen gut zu leben.
Praxis-Impuls:
🔸Betrachte dein Scanner-Sein nicht als Baustelle, sondern als System.
Was du als Scanner-Persönlichkeit heute mitnehmen darfst
Du bist nicht zu sprunghaft, nicht zu wenig fokussiert. Du funktionierst nur anders. Und wenn du aufhörst, dich in ein lineares System zu pressen, entsteht etwas anderes: Souveränität.
Beantworte dir heute 3 Fragen:
- Welche meiner „Umwege“ haben mir Fähigkeiten gebracht?
- Welche Idee ruft gerade wirklich, und nicht nur aus Gewohnheit?
- Welche Version von mir darf ich loslassen?
Inspiration & Struktur für Scanner-Persönlichkeiten
Scanner brauchen keine Selbstoptimierung. Sie brauchen Selbstverständnis und Struktur, die zu ihnen passt. Genau das ist auch mein eigener Weg gewesen – vom ständigen „Ich muss mich ändern“ hin zu „Ich darf mein System verstehen“.
Wenn du Lust hast, dein Scanner-Sein strategisch zu nutzen statt dagegen anzukämpfen, dann trag dich in meinen Newsletter ein. Dort teile ich:
- erprobte Strukturmodelle für Vielbegabte
- ehrliche Einblicke in meinen eigenen Prozess
- Tools für Fokus ohne Selbstverleugnung
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Dieser Artikel ist an Tag 3 der Blogdekade im Februar 2026 entstanden.
Häufige Fragen zur Scanner-Persönlichkeit
Zu viele Ideen, zu wenig Zeit?
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Über mich. Ich bin Astrid – Ingenieurin, Scannerin, chronische Ideensammlerin. Ich hab tausend Interessen und zu wenig Zeit für alle. Deshalb schreibe ich für Menschen wie mich: Die viel vorhaben, sich aber nicht verzetteln wollen. Auf meinem Blog zeige ich, wie kleine Challenges und klare Routinen helfen, Dinge umzusetzen, ohne den Spaß am Ausprobieren zu verlieren. Mehr über mich erfährst du hier.






Oh, Themen-Landkarte nehme ich mal als Idee mit. Und danke für den Denkanstoß, warum mir die ToWant-Liste so gut tut. Und warum ich dabei inzwischen gar keine beruflichen Dinge mehr aufliste. Sobald eine Idee in Richtung monetarisierbar geht, ist sie meistens sofort unattraktiv. Und ich habe für mich eingesehen, dass ich neben meiner Tätigkeit, die ich total gerne mache und auch machen würde, gäbe es kein Geld dafür, eine Menge Spielwiesentätigkeiten brauche, um glücklich zu sein. Die ich einfach nur mache, wiel ich Spaß daran habe, nicht weil irgendjemand das Ergebnis gebrauchen kann.
Zum Thema Vergleich: Ein Teil von mir, weiß dass es Quatsch ist, ein anderer Teil wundert sich nach all den Jahren immer noch, wie andere Leute das schaffen! Sport machen, Hobbys haben, den Garten und das Zuhause gestalten, achtsam sein und das in denselben 24 Stunden, die ich habe. Aber wenn ich alleine meinen Mann frage, stelle ich fest: Der hat gar nicht so viele Aktivitäten wie ich auf dem Zettel. Niemand macht all das, was ich gerne in einen Tag stecken würde. Da überlagern sich in meiner Wahrnehmung mehrere Personen, die zum Beispiel unterschiedliche Sportarten machen, die eine hat einen Gemüsegarten, die andere macht das Kunstprojekt XY und ein paar andere sind politisch in der einen oder anderen Richtung aktiv. Für mich überlagern die sich zu einer Person und der irrationale Teil in mir denkt dann: Wenn die das schafft, warum ich dann nicht? Das ist in meinem Erleben der toxischste Teil des Vergleichens.
Vielen Dank für diesen sehr anregenden Artikel und liebe Grüße
Angela
Liebe Angela,
was für eine spannende Beobachtung, dieser Gedanke mit der „überlagerten Person“. Genau so entsteht wohl oft dieser völlig unrealistische Vergleich: Die Highlights mehrerer Menschen bündeln und dann diesen Konstrukt zum Maßstab nehmen. Kein Wunder, dass das frustriert …
Tolle Erkenntnis zu den Spielwiesentätigkeiten – genau, nicht alles muss monetarisierbar sein. Gerade wenn der eigentliche Job schon viel Energie bindet, dürfen Hobbys einfach nur Spaß machen.
Danke für deinen schönen, differenzierten Kommentar.
Liebe Grüße
Astrid
Hallo Astrid,
danke für deine hilfreichen Tipps. Sie nehmen Druck weg, den Druck zu wenig fokussiert, zu sprunghaft zu sein. Nicht unkonzentriert und sprunghaft, sondern vielfältig interessiert. Das hört sich gleich viel besser an.
Dein Praxis-Impuls mit der „Themen-Landkarte“ spricht mich besonders an. Da sehe ich spontan meinen roten Faden. Und deine selbstgemachten Regeln zu Punkt 14 werde ich ausprobieren.
Seit ich mit der Quartals-To-Want-Liste arbeite, schaffe ich viel mehr weg. Ich habe festgestellt, dass Jahresziele viel zu weit von mir weg sind. In dieser langen Zeit bis zum Jahresende tauchen so viele neue (oder auch alte, vorübergehend stillgelegte) interessante Sachen auf, die mich dann viel mehr locken als mein Jahresziel. Wenn ich das Jahresziel auf 3 Monate herunterbreche, bleibt es seltsamerweise immer wieder neu und spannend.
Herzliche Grüße
Sonja
Liebe Sonja,
danke dir für deinen Kommentar – und genau, „vielfältig interessiert“ fühlt sich wirklich anders an, oder?
Meine Quartals-Listen möchte ich auch nicht mehr missen. Ein Jahr ist oft viel zu abstrakt, drei Monate sind überschaubar und pushen auch irgendwie.
Schön, dass das für dich auch so gut funktioniert.
Liebe Grüße
Astrid