Zeitverschwendung oder Zeitinvestition? Wie und warum ich meine Meinung über das Putzen im Haushalt komplett geändert habe

11. Februar 2024
Putzen im Haushalt als Zeitinvestition

Tut es dir jedes Mal leid um die Zeit, die du mit dem Putzen im Haushalt verbringst? Putzen im Haushalt ist Zeitverschwendung – davon war ich lange überzeugt. Hier stelle ich dir einige Gedanken vor, die mir geholfen haben, das Saubermachen mit anderen Augen zu sehen. Vielleicht helfen sie dir ebenfalls.

Die Einstellung, dass das Putzen Zeitverschwendung ist, habe ich schon in meiner Kindheit verinnerlicht. Nicht, dass bei uns nicht geputzt wurde, ganz im Gegenteil. Nur war es immer eine Quälerei für alle und eine Arbeit mit einem ganz schlechten Image.

Bei uns waren andere Werte wichtig: Bildung, Kultur, Kunst, persönliche Entfaltung. Meine Eltern und wir Kinder hatten viele Interessen, die ernst genommen und Talente, die gefördert wurden.

Der Haushalt war dabei etwas, was nebenher zu laufen hatte und er wurde von allen nur widerwillig erledigt.

Auch später, als ich nicht mehr zu Hause lebte, blieb ich bei meiner Überzeugung: Wer zu viel putzt, verschwendet seine Zeit. Doch da mir auch eine saubere Wohnung wichtig war, blieb mir nichts anderes übrig, als ständig etwas zu machen, was meiner Überzeugung widersprach. Das fühlte sich überhaupt nicht gut an.

Meine besondere Herausforderung als Scannerpersönlichkeit

Wenn du so wie ich eine sogenannte „Scannerpersönlichkeit“ bist, kennst du wahrscheinlich die innere Unruhe und die quälenden Gedanken an deine Ideen und Projekte, für die du immer zu wenig Zeit hast.

Es gibt soooo viele wichtige und spannende Optionen, und dann sollte ich in meiner knappen Zeit ausgerechnet putzen?

Hinzu kam: Für meine kreativen Hobbies brauchte ich meistens ein gewisses Equipment und Platz. Wenn ich früher nähte, war ich umgeben von Stoffresten, Fädchen und Schneiderstaub und brauchte Platz für die Nähmaschine.

Um überhaupt putzen zu können (so notwendig es auch sein mochte), musste ich alles zusammenräumen, abbauen und meinen „Flow“ unterbrechen. Auf die Gefahr hin, dass er nicht so schnell wiederkommt …

Heute sind meine kreativen Ausdrucksformen zwar nicht mehr ganz so „raumgreifend“, aber ich kämpfe immer noch viel zu oft mit eilig bekritzelten Notizzetteln, aufgeschlagenen Büchern mit vielen Markierungen und Zeitungsausrissen.

Auch Sportequipment kann erstaunlich viel Platz einnehmen, und wenn man es am nächsten Tag wieder benötigt, lohnt es sich vielleicht nicht, es wieder vollständig zu verstauen …

Naja, ich denke du weißt, was ich damit sagen will. Wer Interessen hat, zu dem viel Zeug nötig ist, muss oftmals erst Platz schaffen, um überhaupt erst einmal eine Chance zum Putzen zu haben. Und das dürfte bei Scannern besonders häufig ein Thema sein.

Zeitverschwendung oder Zeitinvestition? Sieh das Putzen im Haushalt doch mal so …

Wenn du mit dem Zeitaufwand für das Putzen ebenso haderst wie ich früher, habe ich hier einige Anregungen, die dir helfen können, die Sache aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn du die Hausarbeit nicht mehr als Zeitverschwendung, sondern als Zeitinvestition betrachten würdest? Hier sind einige Ideen dazu.

Der Unterschied zwischen einer Ausgabe und einer Investition besteht – einfach ausgedrückt – darin, dass eine Ausgabe einfach weg ist und eine Investition etwas ist, wovon man in Zukunft profitiert.

In Bezug auf das Putzen im Haushalt könnten diese Aspekte für eine Investition sprechen:

Gezielte Optimierung: Jedes Mal, wenn du in deinem Haushalt organisatorisch etwas verbesserst, profitierst du in Zukunft davon – zum Beispiel mit mehr Komfort, Zeitgewinn oder durch deine Freude an einer Verschönerung. Wenn du dir vornimmst, bei jeder größeren Putzaktion gleichzeitig etwas an deinem Zuhause zu verbessern, kannst du deinen Zeiteinsatz gedanklich als Investition „verbuchen“.

Effizientes Arbeiten: Indem du regelmäßig putzt und eine effiziente Putzroutine entwickelst, kannst du die Zeit, die du für die Reinigung aufwendest, erheblich reduzieren. Ein sauberer Haushalt erfordert insgesamt weniger Zeit und Aufwand bei der Reinigung, da sich der Schmutz nicht ansammelt und festsetzt.

Längerfristige Sauberkeit: Durch regelmäßiges Putzen und die richtige Pflege von Oberflächen, Möbeln und Haushaltsgegenständen beugst du Schäden und Verschleiß vor. Dadurch sparst du langfristig Zeit und Geld, weil die Dinge länger halten.

Zeitersparnis im Alltag: In einem gepflegten und sinnvoll organisierten Haushalt verbringst du weniger Zeit damit, nach verlorenen Gegenständen zu suchen und kannst dich auf andere Aufgaben konzentrieren.

Produktivität: Ein aufgeräumtes und sauberes Zuhause kann deine Produktivität und Kreativität steigern. Du kannst dich besser auf deine Arbeit oder andere Projekte konzentrieren, wenn du dich nicht von Unordnung und Schmutz ablenken lässt.

Gesundheitliche Vorteile: Durch einen sauberen und aufgeräumten Haushalt kannst du potenziellen Krankheiten und Haushaltsunfällen vorbeugen, was langfristig deine Lebensqualität verbessert und die Zeit reduziert, in der du sonst vielleicht krank wärst.

So geht es mir heute mit dem Putzen

Ein kluger Umgang mit meiner Zeit ist mir immer noch sehr wichtig, das ist heute nicht anders als zu jeder anderen Zeit meines Lebens. Dennoch habe ich mich mit dem Zeitaufwand, den der Hausputz erfordert, arrangiert.

Dabei hat mir der Gedanke geholfen, dass die Zeit, die ich mit dem Putzen verbringe, nicht einfach nur „weg“ ist, sondern auch eine Investition sein kann – je nach Sichtweise.

Willst du noch einen Schritt weitergehen, um deinen Frieden mit dem Hausputz zu machen? Dann lies dazu auch meinen Blogartikel Haushalts-Challenge mit der Tody-App: In 7 Schritten zur entspannten Putzroutine. Dort beschreibe ich, wie ich mit der Tody-App meinen Haushalts-Alltag „gamifiziert“ habe. Ein Ansatz, der nun schon einige Jahre für mich funktioniert!

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Über mich

Astrid Engel

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4 Kommentare

  1. Liebe Astrid, das ist eine sehr interessante Herangehensweise ans Putzen. Ich habe noch nie darüber nachgedacht, dass Putzen Zeitverschwendung sein könnte. Für mich läuft das einfach so neben her.
    Als Kind habe ich auch nicht gern mein Zimmer aufgeräumt, mittlerweile hat sich das geändert. Allerdings bin ich der Meinung, zu clean muss es nicht sein.

    Antworten
    • Liebe Karina,
      du Glückliche, ich musste mir diese Einstellung „hart“ erarbeiten. Inzwischen sehe ich es auch entspannter, aber nach wie vor steht die Putzzeit in harter Konkurrenz zu vielen anderen Optionen. Sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen und auch mal über etwas hinwegsehen zu können, ist super wichtig, da bin ich ganz deiner Meinung.
      Liebe Grüße, Astrid

      Antworten
  2. Liebe Karina, was für ein anregender Artikel. Für mich – Scannerin – war putzen immer eine Zeitverschwendung UND eine Notwendigkeit. Fürs Kreative brauche ich einfach eine gewisse Grundordnung und gleichzeitig habe ich in meiner Kindheit/ Jugend eine Abneigung dagegen entwickelt. Für meine Familie war Ordnung der heilige Gral der Anerkennung von anderen. Das fand ich damals schon blöd. Putzen damit andere sich bei uns wohl fühlen. Klar will ich auch, dass andere sich bei mir wohlfühlen, aber ich verschwende doch nicht meine kostbare Zeit mit putzen dafür. Es hat lange gebraucht, bis ich den Nutzen für mich hinter den Kosten verstanden habe. Die von Dir empfohlene App wird es mir vielleicht noch ein wenig mehr erleichtern. Danke. LG Sylvia

    Antworten
    • Liebe Sylvia,
      ach wie spannend, dann haben wir ja ähnliche Erfahrungen gemacht. Nur mit dem Unterschied, dass es sich nicht um Werte meiner Familie handelte, aber die gesellschaftlichen Normen waren uns natürlich bestens bekannt. Und da waren wir eben immer hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, diesen Normen wenigstens einigermaßen zu entsprechen, dem eigenen Sauberkeitsbedürfnis und unseren künstlerischen und kreativen Interessen.
      Lieben Dank und herzliche Grüße – Astrid

      Antworten

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