In diesem Moment war mir klar, dass ich wieder bloggen möchte

wieder bloggen

Dass ich nach einer 11-jährigen Pause wieder bloggen würde, war mir am 28. Mai 2022 klar – und genau ein Satz hatte den Ausschlag dafür gegeben. Meinen ersten Blog hatte ich während meiner hauptberuflichen Selbstständigkeit zwischen 2006 und 2011 aufgebaut. Ich schrieb damals über Themen rund um die Immobilienvermarktung, um damit meine Zielgruppe – die Immobilienmakler – zu erreichen.

In Deutschland war Onlinemarketing damals kaum bekannt. Doch als frisch gebackene Werbetexterin interessierte ich mich schon berufsbedingt für alles, was nur entfernt mit Onlinemarketing zu tun hatte. Ich wollte damals alles ausprobieren, was die amerikanischen und die wenigen deutschen „Marketing-Gurus“ empfahlen.

Immocopy.de
Mein erster Blog im Jahr 2011: Immocopy.de

Ich hatte eine eigene E-Mail-Liste, die ich füllte, indem ich einen kleinen E-Mail-Kurs als Freebie anbot. Ich hatte erste Affiliate-Einnahmen, sie deckten gerade mal die Ausgaben für das Webhosting. Damals gab es kaum Affiliate-Produkte, die zu meinen Themen passten. Aber es ging mir vor allem darum, alles auszuprobieren und war neugierig, was passiert.

Das Ende meines ersten Blogs

In einer schwierigen Phase entschied ich mich im Jahr 2011 – völlig spontan – für eine begrenzte Zeit wieder ins Angestelltenverhältnis zurückzugehen. Doch mein neuer Job gefiel mir besser als erwartet und schließlich wurde aus der anfänglich geplanten kurzen Phase eine unbefristete Festanstellung, die bis heute andauert. Meine freiberufliche Tätigkeit als Werbetexterin führe ich seitdem nebenberuflich weiter. In diesem Blogartikel erfährst du mehr über diese Phase in meinem Leben und meine Motive, meine Selbstständigkeit wieder aufzugeben, zumindest als Hauptberuf.

Anfangs wollte ich meinen Blog behalten und weiterhin mit Inhalten füllen, merkte aber schnell, dass es mir schwerfiel – zeitlich ebenso wie inhaltlich: zeitlich wegen der kräftezehrenden Einarbeitungsphase in meinem neuen „Zwischen“-Job. Inhaltlich, weil ich merkte, dass mit meinem neuen Vollzeit-Job auch das Interesse an den Immobilienmaklern als Zielgruppe nachließ.

Als es dann einige Abmahnwellen gab und ich mich außerstande sah, immer rechtzeitig zu reagieren, entschloss ich mich, meinen Blog kurzerhand plattzumachen. Es folgten mehrere Jahre ohne Blog. Anfangs empfand ich eine gewisse Erleichterung. Eine Aufgabe weniger …

Doch ich merkte bald, dass mir das Schreiben über selbstgewählte Themen fehlte. Als Werbetexterin schreibe ich ja über Themen meiner Kunden, nicht über meine.

Waren Artikelverzeichnisse die Lösung?

Ich befasse mich immer mal mit Themen, die ich eine Zeit lang intensiv recherchiere und durchdenke, um sie anschließend für mich abzuhaken, sobald ich „alles“ darüber weiß – typisch Scannerpersönlichkeit. Damals hatte ich öfter mal daran gedacht, meine Erkenntnisse in einem informativen Artikel zusammenzufassen, bevor das Thema abgeschlossen ist. Diesen Artikel hätte ich dann veröffentlichen können, damit auch noch andere von meinen Recherchen profitieren können.

Aber ich tat es dann doch nicht. Dabei hätte ich dafür nicht mal einen eigenen Blog benötigt, ich hätte auch Artikelverzeichnisse wie zum Beispiel Pagewizz nutzen können, wo ich schon während meiner früheren Selbstständigkeit einen Account hatte. Dass ich diese Ideen nicht weiterverfolgte lag auch daran, dass mein Zeitbudget kurz darauf noch weiter schrumpfte.

Denn es begannen mehrere schwierige und auch bedrückende Jahre, in denen meine Eltern meine volle Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchten. In dieser Zeit war ich mit meinem Beruf, der Betreuung meiner Eltern, meinen Texteraufträgen und meinem eigenen Leben komplett ausgelastet. Ich dachte zwar noch oft an meine eigenen Pläne vom Onlinebusiness, aber mir war klar, dass zum damaligen Zeitpunkt kein Platz dafür in meinem Leben war.

Onlinebusiness starten – jetzt oder nie!

Im Jahr 2020 entspannte sich mein Leben langsam wieder. Ich hatte den Verlust meiner Eltern einigermaßen verkraftet, die wichtigsten Umbau- und Sanierungsarbeiten am geerbten Mehrfamilienhaus waren abgeschlossen und alle Wohnungen vermietet.

Sofort war er wieder da, der Gedanke: Jetzt bist du dran, Astrid. Du hast immer noch Lust auf Onlinemarketing bzw. ein Onlinebusiness. Wann starten, wenn nicht jetzt?

Doch ich wusste nicht so recht, wie ich anfangen sollte. Dabei war mir theoretisch alles klar. All das hatte ich ja schon gemacht: Domains registrieren, WordPress aufsetzen und einrichten, Newsletter einrichten, das Schreiben sowieso, und auch mit SEO kannte ich mich damals ganz gut aus. Dennoch fand ich nicht den richtigen Anfang.

Ich kaufte mir einen richtig guten Selbstlernkurs von Christian Költringer. Ich war bereit, Geld zu investieren, um voranzukommen. Anfangs lief es auch gut, meine intrinsische Motivation war stark, doch als es um meine thematische Ausrichtung ging, kam ich nicht weiter. Dabei enthielt der Kurs richtig gute Anregungen für die Suche nach der eigenen Nische. Da war es also wieder, das „Lieblingsthema“ der Scannerpersönlichkeit: die schwierige Positionierung …

Soll ich wieder bloggen?

Anfang 2022 wurde ich auf eine Blogchallenge von Blogcoachin Janneke Duijnmaijer aufmerksam. Ich war mit Begeisterung dabei, bis es auch hier wieder um das Blogthema ging. Irgendwann wurde die Frage gestellt, auf welches enge Thema ich mich in meinem Blog spezialisieren würde. Und schon war ich wieder raus.

Ja, ich weiß. Im Marketing geht es immer darum, sich möglichst spitz aufzustellen, um überhaupt eine Chance auf Sichtbarkeit in absehbarer Zeit zu haben. Ich stelle das auch überhaupt nicht infrage. Doch für mich will das einfach nicht passen. Oder, vielleicht doch? Vielleicht gibt es schon dieses eine Ding, dieses One Thing Only – und ich muss noch etwas suchen, bis ich es finde? Wer weiß …

Der Satz, der alles veränderte …

Auch wenn ich mich nach der Challenge nicht für Jannekes Blogothek entschieden hatte, war mir durch die Challenge klar geworden, dass das Bloggen mein Weg sein könnte.

Und so stieß ich im Mai dieses Jahres auf eine weitere Blog-Challenge: BoomBoomBlog von Judith Peters. Auch hier machte ich mit – und hier hörte ich auch den Satz, der alles für mich veränderte. Judith sagte nämlich, Bloggen wäre ideal für Scannerpersönlichkeiten, die Schwierigkeiten mit ihrer Positionierung haben, denn das Bloggen schafft Klarheit. Man startet einen Prozess, in dem man sich nach und nach seine Positionierung erbloggt.

Judiths Ansatz ist auch der einer freien, dynamischen Bloggerin. Das heißt, man orientiert sich nicht vorrangig an den Themen, die die (geplante, gedachte, gewünschte) Zielgruppe haben könnte, sondern bloggt vor allem über das, was einen selbst interessiert. Deshalb auch Judiths claim: „Blog like nobody’s reading“ – einfach losbloggen, als würde es niemand lesen. Und: alles darf sich entwickeln, alles darf sich ändern.

All das hat mich letztendlich überzeugt. Die „Erlaubnis“, über die Themen zu schreiben, die mich selbst interessieren, ohne strategischen Plan, hat mir den entscheidenden Impuls gegeben, meinen neuen Blog zu starten.

Er war also am 28. Mai 2022 – der Moment, an dem ich wusste: Ich will wieder bloggen!

Ich bin noch längst nicht wieder an dem Punkt, an dem ich im Jahr 2011 war. Aber es darf sich entwickeln. Thematisch, inhaltlich und technisch. Ich freue mich darauf und bin selbst gespannt, wie es mit meinem Blog weitergeht.

Kennst du das auch? Du kommst nicht aus dem Knick, weil du an einem bestimmten Punkt festhängst, beispielsweise der Positionierung? Schreib mir darüber gern ins Kommentarfeld.

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