Auch mir fällt es manchmal schwer, eine persönliche Challenge durchzuhalten

22. August 2023
Persönliche Challenge

Persönliche Challenges können hart sein – auch für einen Challenge-Junkie wie mich! Und ja, ich halte nicht jede Challenge durch. In diesem Blogbeitrag berichte ich über eine abgebrochene Aufräum-Challenge und darüber, wie ich zukünftig mit dem Thema umgehen will.

Es gibt Menschen, die mich für super diszipliniert, organisiert und produktiv halten. Irgendwie scheine ich den Eindruck einer “Powerfrau” zu vermitteln, ohne es zu wollen und zu forcieren. Denn der Schein trügt. Ja, ich experimentiere ganz gern mit allen möglichen Methoden, um mich selbst auszutricksen (und damit vielleicht dem nahezukommen, was andere in mir sehen …) – unter anderem mit persönlichen Challenges. Aber ich mache das nicht, WEIL ich diszipliniert bin, sondern weil ich es NICHT bin. Jedenfalls nicht einfach so, ohne Hilfsmittel …

Doch lass uns zunächst darüber reden, was eine persönliche Challenge überhaupt ist.

Was ist überhaupt eine persönliche Challenge?

Eine persönliche Challenge (oder auf deutsch Herausforderung) hilft dir, etwas Neues zu lernen, dich auf einem Gebiet zu verbessern oder etwas in deinem Leben zu verändern.

Stell dir vor, du möchtest herausfinden, ob tägliches Journaling dir helfen kann, dein Zeitmanagement zu verbessern oder deine Ideen und Projekte zu strukturieren.

Dann kann deine Challenge so aussehen, dass du dir an 30 aufeinanderfolgenden Tagen jeweils 10 Minuten reservierst, in denen du deine Gedanken in deinem Journal (oder einem Tagebuch) festhältst. Am besten, indem du dir dazu thematisch passende Fragen stellst, die du dann in deinem Journal beantwortest.

Journal

Dadurch unternimmst du jeden Tag einen kleinen Schritt, der dich deinem Ziel näher bringt. Viele Challenges dauern 30 Tage, aber auch jeder andere Zeitraum ist möglich. Es gibt auch persönliche Challenges ohne zeitliche Begrenzung.

Die tägliche Überwindung hilft dir dabei, stärker zu werden und zu wachsen. Es ist wie ein kleines Abenteuer, das dir hilft, dich selbst besser kennenzulernen und dich auf positive Weise zu verändern.

Das Ziel, das du mit deiner Challenge erreichen willst, sollte ambitioniert, aber realistisch sein. Dass du dich bei einer Challenge gefordert fühlst, gehört dazu. Genau darin liegt ja auch die Herausforderung, der du dich täglich stellst.

Wenn du dir allerdings zu viel vornimmst, ist die Gefahr groß, dass du deine Challenge nicht lange durchhältst.

Hier sind einige Beispiele für persönliche Challenges:

  • Du lernst jeden Tag ein neues Wort in einer Fremdsprache und verwendest es im Alltag.
  • Du verzichtest jeden Tag für eine bestimmte Zeit auf soziale Medien oder Bildschirme, um deine Konzentration zu verbessern.
  • Du trainierst täglich, beispielsweise durch Dehnübungen, Yoga oder eine kurze Joggingrunde.

Eine Liste mit weiteren persönlichen Challenges findest du in meinem Blogbeitrag 100 Ideen für lebensverändernde Self-Challenges.

Was mir persönliche Challenges bedeuten

Ja, ich setze mir sehr gern solche Challenges. Ich habe Spaß daran herauszufinden, was für mich funktioniert und was nicht.

Wann ich damit begonnen habe, weiß ich nicht mehr so genau. Aber es war lange, bevor sich für diese Motivationsmethode auch bei uns der Begriff „Challenge“ etabliert hatte.

Persönliche Challenge

Irgendwann muss ich mal gemerkt haben, dass die Methode, mich selbst in kleinen Schritten immer wieder neu herauszufordern, bei mir wunderbar funktioniert. Vielleicht, als ich mir vor 20 Jahren das Rauchen abgewöhnt habe?

In den letzten Jahren hat sich immer wieder gezeigt, das ich die verschiedensten Dinge mit einer persönlichen Challenge besser auf die Reihe bekomme. Ich glaube, dass folgende Aspekte dabei eine Rolle spielen:

  1. Die spielerische Komponente. Ich habe einen Riesenspaß daran, mich zu challengen.
  2. Es motiviert mich, jeden Tag ein kleines Mikro-Erfolgserlebnis “abrechnen” zu können.
  3. Meine Neugier, Experimentierfreude und meine Begeisterung für Neues.
  4. Mein vollgeladenes Leben, in dem größere Aktionen, um irgendwas zu verändern, von vornherein zum Scheitern verurteilt wären.
  5. Die Verbindlichkeit, die ein Veränderungsprojekt dadurch für mich bekommt, dass ich es “Challenge” nenne.
  6. Der Momentum-Effekt, nach dem der erste Schritt der schwerste ist. Ist der “Stein erst mal ins Rollen” gekommen, wird es leichter.

Bedeutet das also, dass ich mir einfach nur eine Challenge setzen muss, um zu erreichen, was ich will? Schön wärs. Auch mir fällt es manchmal schwer, eine Challenge durchzuhalten. Aber sonst wäre es ja auch keine Challenge …

Bereit für deine nächste Challenge?

Mach den Quiz und finde heraus, welche Challenge am besten zu deiner Persönlichkeit passt:

Ich gestehe: Aussortieren fällt mir nicht immer leicht

In meinem Blogartikel Jeden Tag ein Teil aussortieren – so lief meine Aufräumchallenge im Jahr 2021 habe ich über so eine Challenge berichtet. Mein Plan war, an jedem der 365 Tage des Jahres 2021 einen Gegenstand aus meinem Haushalt auszusortieren und dann wegzuwerfen, zu verschenken oder zu verkaufen.

Das war nötig, weil sich einige Dinge angesammelt hatten, bei denen mir klar war, dass ich mich davon trennen muss. Auch durch die vorangegangene Auflösung des Haushalts meiner Eltern, bei dem ich viele Gebrauchsgegenstände und einige Erinnerungsstücke übernommen hatte, war es bei uns viel zu voll.

In der ersten Jahreshälfte lief meine Challenge auch richtig gut. In der zweiten Hälfte wurde es immer zäher. Kein Wunder: Es wurde von Tag zu Tag schwieriger, geeignete Wegwerfkandidaten zu finden. Irgendwann betrachtete ich die Challenge als gescheitert, jedenfalls bezogen auf mein ursprüngliches Ziel.

Allerdings habe ich meine Challenge dennoch als Erfolg verbucht, denn die Tatsache, dass ich nichts mehr zum Entsorgen fand, bewies ja, dass ich nur noch Dinge hatte, die auch benötigt wurden.

Okay, so kann man das sehen. Tatsächlich gab es noch genügend Gegenstände, an die ich mich damals nur nicht so recht herangetraut hatte.

Was, wenn Interessen in Wellen kommen und gehen?

Ich kann mich übrigens ganz gut von Gegenständen trennen, die ich definitiv nicht mehr benötige. Zu erkennen, dass ich einen bestimmten Gegenstand tatsächlich nicht mehr gebrauchen kann, auch in 3 Monaten nicht, ist da schon schwieriger. Ich glaube, das ist eine spezielle Herausforderung für uns Scannerpersönlichkeiten.

Ich interessiere mich für viele verschiedene Dinge, aber nie für alles gleichzeitig. Meistens verlaufen meine Interessen in Wellen. Ein Beispiel: Sport ist zwar immer wichtig für mich, aber die einzelnen Sportarten und Sportroutinen variieren. Was glaubst du, wie viele Laufphasen ich in meinem Leben schon hatte. Momentan habe ich zwar keine Lust dazu, aber das kann sich morgen ändern.

Laufschuhe

Da ich mich nicht nur für Sport interessiere, sondern auch andere Themen immer mal wieder in Wellen „aufploppen“, habe ich verschiedene Gegenstände, die ich zeitweise nicht verwende. Aber sie sind eben nur latent ausgemustert. Wie momentan meine Laufschuhe.

Bei vielen Dingen kann ich sicher sein, dass ich sie in einigen Monaten oder Jahren wieder verwende oder dass sie mir als wertvolle Inspirationen dienen. Deshalb mag ich sie jetzt nicht einfach weggeben.

Okay, das mag ja alles nachvollziehbar sein. Warum ich immer noch Unmengen an Büchern habe, eher nicht.

Von Büchern trennen? Schwierig …

Ja, ich trenne mich von Büchern. Manche wandern ins Altpapier, andere werde ich bei Momox los oder bringe sie in eine Büchertelefonzelle. Doch viel zu oft nehme ich ein Buch aus dem Regal, schaue rein … und stelle es wieder zurück …

Es gibt sogar veraltete Computerbücher, die ich einfach nicht loslassen kann. Ich vermute, es liegt daran:

Die meisten Computerprogramme habe ich mir selbst beigebracht, ohne Kurs. Deshalb kenne ich auch nur die Funktionen, die ich aktuell benötige, obwohl ich weiß, dass das Programm viel mehr kann.

Ich denke also: “irgendwann, wenn ich mal Zeit dazu habe, richte ich das Programm XYZ mal so ein, dass ABC damit geht …”

Realistischerweise kommt dieser Zeitpunkt erst, wenn ich „ABC“ unbedingt benötige. Aber ob ich dann weiß, dass mein Programm XYZ das kann? Nicht umsonst heißt es: Provisorien leben am längsten …

Für „Wellenscanner“ wie mich ist es ja nicht ungewöhnlich, dass plötzlich eine Sache superspannend ist, die ich nach vielen Jahren „neu“ für mich entdecke. Und die Bücher sind so aufbereitet, dass ich gern darin blättere und Lust bekomme, etwas Neues auszuprobieren, auch wenn diese Bücher schon älter sind als die Programmversion, mit der ich arbeite.

Trotzdem ahne ich, dass ich in diese Computerbücher nie wieder reinschauen werde. Wenn ich ein Problem lösen möchte, suche und finde ich die Lösung online. Warum sollte sich das ändern? Also weg damit …

Doch das ist leichter gesagt, als getan. Normalerweise müsste ich die ganzen Bücher unbesehen wegwerfen. Ich habe sie bisher nicht vermisst und werde es garantiert auch nicht mehr tun. Doch nur ein Blick ins Buch – und den kann ich mir meistens nicht verkneifen – und es ist auf einmal hoch interessant.

Mit meinen früheren Kinderbüchern sieht es nicht anders aus. Meine Eltern hatten Bastelbücher aufgehoben, an die ich mich noch sehr gut erinnern konnte. Ich glaube, ich habe damals wirklich jede Seite nachgebastelt, geschnippelt, handgearbeitet. Hätte ich nur nicht reingeschaut, sondern die Bücher unbesehen entsorgt. Nun liegen sie hier …

Meine wiederentdeckten Bastelbücher, nach denen ich als Kind mit Begeisterung gebastelt, geschnippelt, gehäkelt, genäht und gestrickt habe.

Wie mache ich jetzt weiter?

Wirklich gelöst habe ich das Thema für mich noch nicht. Das volle Bücherregal stört mich nach wie vor. Doch inzwischen weiß ich: Eine persönliche Challenge ist kein Allheilmittel, um mich bei diesem oder anderen schwierigen Themen zu „überlisten“.

Viel wirkungsvoller ist es wahrscheinlich, mir vorher zu überlegen, warum mir manche Dinge so schwerfallen.

Es ist oft nicht damit getan, sich einfach nur zu überwinden und gegen sich selbst zu kämpfen. Meistens stecken Glaubenssätze dahinter. Die zu analysieren und zu entkräften, dürfte die richtige Herangehensweise sein. Mal sehen, was ich dazu noch herausfinden werde.

Ich kenne übrigens jeden “Trick” und jede Empfehlung aus der „Aufräumszene“. Ja, ich könnte mir das Zeug wiederbeschaffen, wenn ich es benötige. Aber will ich das? Ich lasse mich schließlich gern von Dingen inspirieren, die ich entdecke (zum Beispiel beim Aufräumen oder beim Suchen).

Auch jetzt stecke ich gerade wieder in einer Aufräumchallenge, aber ich setze sie nicht ganz so konsequent durch wie 2021. Vielleicht liegt es daran, dass ich 2021 täglich genau notiert habe, von welchem Gegenstand ich mich getrennt und was ich damit gemacht habe. Jetzt gibt es einfach nur ein Häkchen in meinem Gewohnheitstracker.

Ich habe meine Aufräumchallenge diesmal auch nicht terminiert, also nicht geplant, von wann bis wann sie genau laufen soll. Durch den Gewohnheitstracker halte ich das Thema oben, so dass ich es immer auf meinem Radar habe. Das reicht mir – und ich benötige hier auch nicht täglich einen Haken.

Ganz klar: ohne Commitment funktioniert eine Challenge nicht. Es ist kein Allheilmittel, das mechanisch auf Knopfdruck funktioniert. Ich werde mir auch weiterhin erlauben, flexibel auf meine wechselnden Prioritäten zu reagieren statt eine Challenge weiterzuführen, die mich zu sehr stresst oder Ziele unterstützt, die mir nicht mehr wichtig sind.

Bereit für deine nächste Challenge?

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Über mich

Astrid Engel

Hey, ich bin Astrid. Auf meinem Blog dreht sich alles um Struktur, Planung, Zeitmanagement und Organisation für Scannerpersönlichkeiten, Multitalente, Multipotentialite und kreative Chaoten. Nenne uns, wie du willst – für mich sind wir einfach „Scanner“.

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2 Kommentare

  1. Liebe Astrid welch ein schöner Blogartikel. 😀
    Ich habe mich in vielen Punkten wieder gefunden. Ich mache auch gerne Challenges in meinen Gruppen über 21 Tage. Bisher waren es Selbstliebe-und Dankbarkeits-Challenges und demnächst veranstalte ich eine Fülle-Challenge in meiner Energiegruppe.
    Auch selbst teste ich mich gerne regelmäßig.
    Momentan bin ich in einer Instagram-Challenge, indem ich über 100 Tage, täglich ein 1 Minuten Video in der Story poste. 54 Tage habe ich schon. Und in einer Fitness-Challenge, in der ich über 16 Wochen täglich 10 Minuten trainiere, bin bei Tag 21.
    Was ich mir vornehme halte ich auch durch.
    Jedoch wie du geschrieben hast, mit dem Ausmisten, geht es mir genauso.
    Kleidung kann ich schlecht wegschmeißen und Bücher erst recht nicht.
    Das würde ich auch nicht durchhalten. 🙈

    Danke für deine wertvollen Gedanken.🙏

    Herzliche Grüße von Anita❤️🙋🏼‍♀️

    Antworten
    • Liebe Anita,
      ganz lieben herzlichen Dank für dein ausführliches Feedback. Deine Challenges schaue ich mir gleich mal genauer an, das klingt ja sehr spannend. Deine Instagram-Challenge ist mal eine Hausnummer, super, dass du schon die Hälfte geschafft hast 🙂
      Drücke dir die Daumen für alle deine Challenges.
      Ganz liebe Grüße
      Astrid

      Antworten

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