„Was bedeutet Selfcare für dich?“ fragt Rani Gindl in ihrer Blogparade. Lange Zeit war meine ehrliche Antwort: Stress. Überall sehen wir Bilder von Kerzen, Tee und meditativer Stille, wenn es um Selfcare geht. Doch was, wenn genau das dich nicht entspannt? Wenn dein Kopf ein Ort ist, an dem ständig hundert Lichter gleichzeitig brennen?
Für mich als Scanner-Persönlichkeit funktioniert klassische Selfcare nicht. Ich musste erst verstehen, dass meine Form der Selbstfürsorge ganz anders aussieht. Heute weiß ich: Selfcare bedeutet für mich Struktur.
Dieser Text ist mein Beitrag zur Blogparade von Rani, die nach unserer persönlichen Sicht auf das Thema Selfcare fragt und danach, was im Alltag funktioniert und warum.
Das Wichtigste über Selfcare in Kürze:
Selfcare wird oft mit passiver Entspannung (wie Wellness oder Ruhe) gleichgesetzt. Doch für Scanner-Persönlichkeiten bedeutet echte Selbstfürsorge oft das Gegenteil: Proaktive Selbstführung.
Echte Selfcare ist der Schutzraum, den wir uns durch Struktur schaffen. Sie ermöglicht es uns, unsere vielen Ideen zu bändigen, ohne sie zu unterdrücken.
Statt der „Notbremse“ bei Erschöpfung ist sie das tägliche System, das mentale Klarheit schafft, Fokus ermöglicht und Überforderung durch ein kluges Ideen-Management (wie die Warteliste) verhindert.
Warum klassische Selfcare mich nie wirklich entlastet hat
Wenn ich früher das Wort Selfcare gehört habe, dachte ich an Pause machen, ein Pflegebad oder einfach mal nichts tun. Klar, das ist nett. Aber eigentlich ist das für mich eher ein theoretisches Modell, gerade wenn ich so richtig unter Strom stehe. Ruhiger macht mich das nicht. Im Gegenteil.
Als Scannerpersönlichkeit habe ich selten zu wenig Ideen. Eher zu viele.
Während ich versuche, mich zu entspannen, denke ich an den Blogartikel, den ich endlich weiterschreiben möchte. An meine überfüllte To-do-Liste. An was auch immer …
Und wenn ich mir dann noch ganz bewusst eine Pause verordne, obwohl ich genau weiß, was ich tun will? Dann sitze ich da und denke: Ich könnte auch einfach anfangen …
Viel Arbeit stört mich wirklich nicht, aber unfertige Gedanken, vage Projekte ohne Struktur und von allem viel zu viel – das ist schon schwieriger zu ertragen. Deshalb muss Selfcare für mich auch dort ansetzen.
Lange war ich der Meinung, ich müsse mich nur besser organisieren. Ich sah mich gedanklich mit einem ausgeklügelten Zeitmanagement-System jonglieren, und dann würden alle meine Projekte wie am Schnürchen laufen …
Heute weiß ich, dass es nicht auf das Tool ankommt. Klarheit und Struktur im Kopf sind viel wichtiger. Das Tool selbst bildet diese Struktur nur ab.
Meine Erkenntnis: Mein Scanner-Gehirn braucht Struktur
Wie sieht eine Struktur aus, die für mein Scanner-Gehirn funktioniert? Ich experimentiere gern und probiere einiges aus, was mein ständiges Gedankenkarussell zähmen könnte. Und manchmal stoße ich dabei auf Modelle, die erstaunlich gut funktionieren und auch noch Spaß machen.
So ging es mir mit der Idee der 30-Tage-Challenges, die ich mir selbst setze und auf meinem Blog dokumentiere. Nachdem ich das im Mai 2024 zum ersten Mal ausprobiert hatte, wusste ich: Das passt zu mir!
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Ich hatte nämlich ein Thema, das mir zu diesem Zeitpunkt wichtig war, für einen Monat in den Vordergrund geholt, und mich mir selbst gegenüber verpflichtet, jeden Tag an dem Thema zu arbeiten – und wenn es nur 5 Minuten sind. Von da an wollte ich nicht mehr damit aufhören.
Ich glaube, das funktioniert deshalb so gut, weil ich mich nicht für immer verpflichte, sondern nur für 30 Tage. Diese zeitliche Begrenzung verändert alles.
Ich weiß ja: Dieses Thema ist jetzt für einen Monat dran und danach kommt wieder etwas anderes.
Struktur klingt für viele nach Druck. Für mich ist sie Entlastung, weil ich nicht mehr jeden Tag neu überlegen muss, was jetzt wichtig ist. Das Thema steht fest, der Rahmen auch. Ich muss nur noch innerhalb dieses Rahmens handeln. Innerhalb dieses Rahmens darf es flexibel sein.
Ein Monat, ein öffentliches Fokusthema
Meine 30-Tage-Challenges bereite ich gut vor. Es geht immer um ein Thema, das mir gerade wichtig ist. Entweder, weil Dinge aufgelaufen sind. Oder, weil ich einfach Lust darauf habe.
Selten sind es Projekte im klassischen Sinn. Oft geht es um Alltagsthemen wie Aufräumen, Essen, Schlaf, Sport. Vielleicht auch um ein technisches Problem, das ich schon ewig vor mir herschiebe. Oder um ein neues Tool, das ich endlich verstehen will.
Meistens stelle ich mir einen kleinen Aufgabenpool zusammen oder besorge mit Bücher oder Kurse, die ich durcharbeiten möchte. Ich sammle alles, was auf dieses Thema einzahlt, und baue mir daraus ein kleines Buffet, von dem ich mich 30 Tag lang bediene. Mein Blog wird in dieser Zeit zur öffentlichen Werkbank, da ich täglich ein Update veröffentliche.
Die Warteliste: Mein größter Entlastungs-Hebel
Der vielleicht wichtigste Teil meiner 30-Tage-Challenge ist nicht das tägliche Arbeiten am Thema sondern die Warteliste. Als Scannerpersönlichkeit habe ich ständig Ideen und offene Baustellen. Während ich an einem Thema arbeite, fällt mir schon das nächste ein. Früher habe ich dann mittendrin gewechselt – zumindest gedanklich. Und hatte ständig das Gefühl, gerade am Falschen zu sitzen.
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Heute mache ich es anders. Alles, was mir während meines Fokusmonats einfällt, kommt auf eine Warteliste. Vielleicht ist das schon das Thema für meine nächste Monatsschallenge. Ich weiß, dass meine Idee gut ist – aber sie ist heute nicht dran.
Diese klare Priorisierung nimmt Druck raus. Ich muss nichts abschreiben, denn ich weiß: Im nächsten Monat wird wieder neu gewählt. Und genau diese Kombination aus Fokus und Warteliste sorgt dafür, dass ich ruhig arbeiten kann, ohne ständig innerlich das Thema zu wechseln.
Warum ich das heute Selfcare nenne
Wenn ich heute über Selfcare spreche, meine ich nicht Auszeit, sondern Selbstführung. Ich weiß inzwischen: Meine Scannerpersönlichkeit braucht keinen Druck. Aber sie braucht Klarheit und einen Rahmen, in dem sie sich bewegen kann. Gleichzeitig aber auch die Sicherheit, dass alles andere nicht verloren geht, sondern auf meiner Warteliste wartet.
Ich entscheide, was 30 Tage lang Priorität hat. Ich stelle mir meinen Aufgabepool zusammen. Ich arbeite täglich konkret daran. Und ich sorge dafür, dass am Ende etwas bleibt:
- Eine erledigte Aufgabe.
- Ein neuer Workflow.
- Ein besserer Umgang mit einem Tool.
- Ein Bereich meines Alltags, der leichter geworden ist.
Diese 30-Tage-Challenge ist für mich kein Selbstoptimierungsprojekt. Sie ist ein klarer, selbstgewählter Rahmen, in dem ich Dinge abschließe, statt sie ewig mitzuschleppen. Und genau das entlastet mich.
Wenn du selbst Scanner bist und ständig das Gefühl hast, überall gleichzeitig zu sein, dann probiere es vielleicht auch einmal so: Nicht alles auf einmal. Sondern ein Thema für 30 Tage.
Genau darum geht es auch in meinem Ansatz und in meinem Minikurs „Diesmal bleibe ich dran!“. Nicht um Druck. Sondern um eine Struktur, die dich unterstützt.
Selfcare ist für mich heute ganz schlicht: Ich nehme mich und meine vielen Interessen ernst und gebe ihnen nacheinander Raum.
„Was bedeutet Selfcare für dich?“ – mein Fazit
Für mich ist die Antwort heute klar: Es ist das Versprechen an mich selbst, meine Vielseitigkeit nicht als Last, sondern als Buffet zu betrachten, an dem ich nacheinander genieße.
Wie ist das bei dir? Suchst du noch nach der passenden Struktur oder hast du dein Scanner-Gehirn schon mit eigenen Methoden „gezähmt“? Ich freue mich auf deinen Kommentar.
Dieser Blogartikel ist am Tag 7 der TCS-Blogdekade entstanden.
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Über mich. Ich bin Astrid – Ingenieurin, Scannerin, chronische Ideensammlerin. Ich hab tausend Interessen und zu wenig Zeit für alle. Deshalb schreibe ich für Menschen wie mich: Die viel vorhaben, sich aber nicht verzetteln wollen. Auf meinem Blog zeige ich, wie kleine Challenges und klare Routinen helfen, Dinge umzusetzen, ohne den Spaß am Ausprobieren zu verlieren. Mehr über mich erfährst du hier.






Liebe Astrid,
an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für diese Inspiration. 2026 mache ich jetzt auch Monatschallenges und das läuft richtig gut. So eine kleine, aber gleichzeitig ausreichend lange fokussierte Einheit, mit der ich mich nicht darauf festnageln lasse, dass ich am Ende des Monats damit 100%ig weiter mache, scheint bisher genau das Richtige für zu sein. Okay ich habe erst den Januar mit „Vorräte verbrauchen“ verbracht und treibe jetzt im Februar „jeden Tag Sport“, aber immerhin läuft es bisher super!
Liebe Grüße
Angela
Das ist toll, liebe Angela!
Wie schön, dass das Modell bei dir ebenso gut zu funktionieren scheint wie bei mir. Jeden Tag Sport? Wow, das ist super!
Bin gespannt, wie sich das bei dir entwickelt. Mir macht das richtig Spaß, und ich freue mich immer schon auf den nächsten Monat. Vielleicht ist das bei dir auch so. Wir werden es beobachten 😊😊
Liebe Grüße, Astri