Schreiben war mein Zuhause. Plötzlich stand ich draußen.

18. Juli 2025
Kann ich noch schreiben?

Es fühlt sich fast komisch an, das hier aufzuschreiben. Ich habe viele Jahre als Texterin gearbeitet. Ich habe Schreibkurse gegeben. Ich wusste, wie man Menschen mit Worten erreicht, wie man Spannungsbögen baut, wie man aus einer Idee eine runde Geschichte macht.

Meine Festplatte ist voll von Texten, die ich mal verfasst habe. Vor allem mit Auftragsarbeiten. Wenn ich da heute mal reinlese, denke ich: Echt jetzt? Das soll ich mal geschrieben haben? WOW!

Ich war sicher in dem, was ich tat. Ich wusste immer: Schreiben, das ist genau mein Ding. Mein Handwerk. Mein Zuhause. Nichts sonst.

Und dann, irgendwann, kam dieser Moment, den ich nicht genau benennen kann – aber plötzlich hatte ich immer öfter das Gefühl: „Ich kann das nicht mehr.“

Ich saß da, wollte einen Text schreiben, und da war: Nichts.

Kein Anfang, keine Idee, kein Flow.

Nur ein leerer Bildschirm, der mich anstarrt.

Wenn es überhaupt dazu kam.

Denn ohne Idee hatte ich auch keine Lust, anzufangen.

Wie bitte – ich kann nicht mehr schreiben?

Das ging mir nicht in den Kopf. Ich kannte doch die Techniken. Ich hatte die Formeln im Blut. Ich wusste, wie man Headlines schreibt, wie man Leser:innen abholt, wie man verkauft.

Aber all das hat mir nichts mehr gebracht. Im Gegenteil – es hat mich eher blockiert. Ich habe Sätze geschrieben und gleich wieder gelöscht. Alles klang künstlich. Nichts hat sich stimmig angefühlt.

Es war, als ob ich mit einer Stimme schreiben sollte, die mir nicht mehr gehört.

Was ist da passiert?

Ich hab lange darüber nachgedacht – und ehrlich gesagt, ich habe keine klare Antwort.

Vielleicht hat mein Scannerhirn einfach gesagt: „Langweilig. Kenn ich schon. Lass uns was Neues machen.“

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Vielleicht war es aber auch das Gefühl, dass ich in einer Online-Welt unterwegs war, in der es nur noch um „Performance“ ging. Und nicht mehr um echtes Schreiben.

Ich weiß es nicht.

Was ich weiß: Es hat sich fremd angefühlt.

War Schreiben früher wirklich so leicht?

Ich erinnere mich an Zeiten, da floss es einfach.

Da hatte ich eine Idee und hab losgelegt. Ohne Strategie, ohne Briefing, ohne Struktur. Nur ich und die Worte.

Und heute? Heute brauch ich manchmal ewig, um einen Newsletter zu schreiben.

Ich drehe Schleifen. Ich zweifle an jedem Satz. Ich schreibe zehnmal um. Und dann schick ich’s vielleicht doch nicht ab.

Das ist frustrierend. Vor allem, wenn man mal das Gegenteil gewohnt war.

Obwohl – war es wirklich das Gegenteil?

Vielleicht habe ich auch einfach nur vergessen, wie viele Headlines ich gebrainstormt habe, bis mal eine saß.

Wie lange ich wirklich an meinen Texten gefeilt habe, bis ich zufrieden war und dachte: So kannst du es abgeben. Und selbst dann gab es oft noch Änderungswünsche – und Korrekturschleifen ohne Ende.

Heute ist da dieser Anspruch: Schreiben muss schnell gehen. Das verträgt sich nicht mit dem stundenlangen Ringen um den perfekten Satz.

Die besten Texte unter der Dusche

Ich erinnere mich gut daran, wie frustrierend es war, wenn ich diese druckreifen Gedanken im Kopf hatte – kurz vor dem Aufwachen, unter der Dusche, auf dem Rad. Und wenn ich sie dann aufschreiben wollte, waren sie weg.

Vielleicht kennst du das auch?

Ich hatte so oft das Gefühl, allein dieser Weg einer Idee aus dem Kopf in die Datei würde mir die allerbesten Gedanken, Formulierungen, Nuancen rauben.

Technik statt Tastatur: Mein neuer Weg zum Text

Inzwischen habe ich mir eigene Wege gebaut.

Ich spreche meine spontanen Ideen auf AudioPen und lasse sie transkribieren. Oder ich schicke mir Sprachnachrichten per WhatsApp. Das konserviert meine “perfekten” Gedanken zwar auch nicht 1:1 – aber es spart Zeit und vor allem Frust.

Und vor allem gehen sie nicht verloren – so wie früher, als ich nur auf Stift und Notizbuch oder die Tastatur angewiesen war.

Gleichzeitig ist das aber auch eine Art Technisierung des Schreibens.

Denn auch wenn es immer noch meine Gedanken sind – ich brauche Tools, um sie zu Papier zu bringen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich manchmal denke: Ich kann nicht mehr schreiben.

Weil ich es nicht mehr nur auf die alte Art mache.

Oder liegt es einfach nur daran, dass ich nicht mehr bereit bin, so viel Zeit ins Schreiben zu investieren wie früher?

Und jetzt?

Im August will ich mich wieder näher mit meinem Schreiben auseinandersetzen. Das plane ich schon länger – jetzt ist es soweit.

Der August wird der Monat meiner ganz persönlichen Schreib-Challenge. Ich hab mir einiges vorgenommen – Näheres dazu bald in meinem Blogartikel zur Challenge.

Nur so viel: Ich werde jeden Tag schreiben.

Blogartikel. Briefe. An meinem Buch.

Und ich werde meine alten Schreibratgeber durchstöbern – da schlummern garantiert ein paar Ideen, die ich wieder aufleben lassen will.

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Ich will wieder gern schreiben

Nicht wie früher. Nicht unbedingt schnell. Nicht immer mit Leichtigkeit.

Aber: schreiben.

Dazu gehört für mich heute auch, dass ich mir helfen lasse.

Ich spreche Ideen ein. Ich schiebe Texte durch Tools. Ich baue mir Systeme.

Und weißt du was? Das fühlt sich manchmal komisch an – aber meistens ziemlich gut.

Denn es geht nicht mehr darum, wie es früher war.

Es geht ums dranbleiben – auf meine Art.

Vielleicht wird daraus kein literarischer Geniestreich. Vielleicht ist auch das hier kein perfekter Text.

Aber er ist geschrieben. Von mir. Heute.

Und er hat mir Spaß gemacht.

Vom Zweifel zur Erkenntnis

Dieser Text hat mich von der Frage

„Was ist los mit mir?“

zu der Erkenntnis geführt:

„Mein Schreiben ist noch da – es hat sich nur verändert.“

Und das ist gut so.

Kennst du das auch?

Dass du etwas mal richtig gut konntest – und dann plötzlich nicht mehr?

Oder dass sich dein Zugang zu etwas komplett verändert hat?

Was hilft dir, wenn du dich neu sortieren musst?

Schreib mir gern. Ich freu mich auf deinen Blick darauf.

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Über mich

Astrid Engel

Hey, ich bin Astrid. Auf meinem Blog dreht sich alles um Struktur, Planung, Zeitmanagement und Organisation für Scannerpersönlichkeiten, Multitalente, Multipotentialite und kreative Chaoten. Nenne uns, wie du willst – für mich sind wir einfach „Scanner“.

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2 Kommentare

  1. Liebe Astrid, ich habe heute zu deinem Blog gefunden und bin total begeistert von den Challenge-Ideen. Ganz scannertypisch habe ich nicht nur Ideen, sondern schon halbe Konzepte im Kopf :-). Nun bin ich auf diesen Blogartikel gestoßen und kann sehr gut nachvollziehen, was du schreibst. Danke dafür! Mir ist das Schreiben auch immer sehr leicht gefallen, dachte ich zumindest. Ich wollte unbedingt einen Blog starten und bin im Januar überaus motiviert in die TCS eingestiegen. Aufgrund deiner Blogartikel vermute ich, du warst oder bist auch da. In meinem Notion-Board lagern unfassbar viele Ideen, aber seit ein paar Wochen bekomme ich keinen Text mehr zustande, den ich veröffentlichen möchte. Neben zeitlichen gibt es mehrere Gründe dafür, über die ich mir auch durchaus im Klaren bin. Dennoch ist es schwer, mir diese „Schreibblockade“ einzugestehen. Nun hoffe ich, dass ich die Taste „fluffig leichtes Schreiben“ zeitnah wieder anknipsen kann und bin gespannt auf deine Schreibchallenge.

    Herzliche Grüße, Sandra

    Antworten
    • Liebe Sandra,

      wie sagt man so schön, geteiltes Leid ist halbes Leid? Irgendwie beruhigend, wenn ich weiß, dass ich nicht alleine bin mit meinen Beobachtungen, Struggles, Challenges … danke dafür, liebe Sandra. Ja, ich bin auch in der TCS, inzwischen schon mehrere Jahre. Ich habe übrigens auch ein Notion-Board mit unfassbar vielen Content-Ideen, mehr als 200 Blogartikel warten noch darauf, umgesetzt zu werden. Im August, hoffe ich, einige davon „auf die Straße“ zu bringen – die Blogdekade zaubert immer die besten (klickstärksten) Blogartikel bei mir hervor- Ich freu mich schon, mehr von dir zu lesen und werde mich gleich mal bei dir umschauen.

      Liebe Grüße
      Astrid

      Antworten

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