Warum ich Projekte liebe und sie trotzdem nicht zu Ende bringe

19. Februar 2026
Scanner-Realität

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder ein Muster bei mir beobachtet. Eine neue Idee taucht auf – und sofort bin ich begeistert. Nicht nur ein bisschen, sondern so richtig. Mit dem Gedanken: Yes! Genau das! Vielleicht kennst du das auch?

Ich sehe plötzlich all die Möglichkeiten. Ich denke das Projekt gedanklich schon durch, male mir aus, was daraus werden könnte, recherchiere, sammle Notizen. Und in dieser Phase bin ich kaum zu bremsen. Und dann wird es konkreter – genau da wird es interessant.

Ich höre immer wieder von anderen Vielinteressierten, dass sie ihre Projekte nicht beenden. Genau darum geht es in ihrem Artikel.

Der Moment, in dem die Energie kippt

Was mir aufgefallen ist: Der Anfang ist leicht. Fast zu leicht. Solange alles offen ist, fühlt es sich groß an. Weit. Kreativ. Ich darf denken, spinnen, planen. Es gibt noch keine Begrenzung. Doch sobald aus der Idee ein echtes Projekt wird, verändert sich etwas.

Plötzlich geht es um Entscheidungen, Struktur, um Reihenfolge und Umsetzung. Und Umsetzung bedeutet Wiederholung, Detailarbeit, Dranbleiben. Nicht nur Inspiration, sondern auch Handwerk.

Ich frage mich inzwischen: Ist das wirklich ein Disziplinproblem? Oder passiert da einfach etwas ganz Natürliches, wenn wir unsere Projekte nicht beenden?

Die Phase, über die kaum jemand spricht

Zwischen Euphorie und Fertigstellung liegt eine Phase, die ich lange nicht verstanden habe. Sie fühlt sich an wie:

  • Ernüchterung
  • innere Distanz
  • leichte Langeweile
  • manchmal sogar Widerstand

Obwohl ich die Idee doch eigentlich gut finde.

Früher habe ich dann gedacht: „Typisch. Du ziehst es wieder nicht durch.“ Heute sehe ich das etwas anders. Ich weiß inzwischen, dass ich eine Scannerpersönlichkeit bin. Und Scanner:innen reagieren stark auf Neuheit, auf Vielfalt, auf gedankliche Beweglichkeit. Das ist unsere Stärke. Aber Neuheit nutzt sich ab.

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Wenn neue Ideen plötzlich lauter werden

Was bei mir in dieser Kipp-Phase oft passiert: Neue Ideen tauchen auf. Und zwar nicht leise, sondern sehr überzeugend. Sie fühlen sich frischer an. Lebendiger. Versprechen wieder dieses Kribbeln vom Anfang.

Früher bin ich ihnen sofort gefolgt. Zack – neues Projekt. Was ist mir dem alten Projekt? Halb fertig. Oder eher viertelfertig …

Heute beobachte ich das bewusster. Ich sehe inzwischen: Diese neuen Ideen sind nicht mein Feind. Sie sind ein Teil meines Systems. Mein Gehirn sucht wieder nach Stimulation. Nach Weite.

Und ganz ehrlich? Das kann ich gut nachfühlen.

Vielleicht geht es nicht ums Durchziehen

Ich habe lange geglaubt, ich müsste lernen, Projekte einfach „durchzuziehen“. Mit mehr Disziplin. Mit besseren Zeitmanagement-Methoden. Mit strengeren Regeln. Und klar, Struktur hilft natürlich.

Aber ich habe auch gemerkt: Wenn ich gegen mein eigenes System arbeite, kostet mich das extrem viel Energie. Was mir inzwischen mehr hilft, ist etwas anderes: Ich versuche, meine Zyklen zu verstehen. Zum Beispiel:

  • Wann verliere ich typischerweise die Lust?
  • Wird das Projekt zu eng?
  • Habe ich mir zu früh zu viel Druck gemacht?
  • Fehlt mir Abwechslung innerhalb des Projekts?

Manchmal reicht schon eine neue Perspektive. Vielleicht hilft es auch, das Projekt modular zu denken. Oder es darf vielleicht auch einfach eine Pause bekommen.

Und ja – manchmal darf es auch enden.

Scheitern oder Sortieren?

Heute frage ich mich bei abgebrochenen Projekten nicht mehr automatisch: „Warum schaffst du das nicht?“ Sondern eher: „War das wirklich ein Herzensprojekt – oder nur eine spannende Idee?“ Das ist ein Unterschied.

Nicht jede Idee ist dafür gemacht, umgesetzt zu werden. Manche sind einfach Denkexperimente. Gedankenspiele. Lernschritte. Ich finde, das ist okay.

Und was heißt das jetzt konkret?

Ich glaube nicht, dass Scanner:innen per se schlecht im Umsetzen sind. Wir setzen ständig um. Nur oft nicht linear. Vielleicht brauchen wir:

  • kleinere Einheiten statt Mammutprojekte
  • Challenges mit klarem Rahmen
  • mehrere parallele Mini-Schwerpunkte
  • oder bewusste Wechsel zwischen Fokus und Vielfalt

Ich habe für mich gemerkt: Wenn ich Vielfalt einplane, statt sie zu unterdrücken, bleibe ich länger dran. Und manchmal hilft auch dieser Gedanke: Done is better than perfect.

Eine Frage zum Schluss

Vielleicht scheitern wir Scanner nicht am Projektstart. Vielleicht unterschätzen wir nur die Dynamik danach.

Was wäre, wenn du beim nächsten Projekt nicht nur deine Idee beobachtest, sondern auch den Moment, an dem es enger wird Und statt dich zu verurteilen, einfach neugierig bleibst?

Schreib mir gern: Kennst du diese Kipp-Phase auch? Oder ziehst du Projekte ganz anders durch? Ich bin neugierig.

Dieser Blogartikel ist an Tag 9 der Blogdekade entstanden.

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Über mich

Astrid Engel

Hey, ich bin Astrid. Auf meinem Blog dreht sich alles um Struktur, Planung, Zeitmanagement und Organisation für Scannerpersönlichkeiten, Multitalente, Multipotentialite und kreative Chaoten. Nenne uns, wie du willst – für mich sind wir einfach „Scanner“.

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1 Kommentar

  1. Angela

    Ich fühle mich von deinen Worten 100% beschrieben. Inzwischen habe ich für mein inneres Team die Persönlichkeit identifiziert, die diese neuen Ideen aus dem Hut zaubert. Oft ist es ja so, dass Persönlichkeitsanteile etwas für den jeweiligen Menschen sicherstellen wollen. Und bei den meisten meiner Anteile kann ich das auch klar benennen.

    Es gibt allerdings zwei Teammitglieder, die keine speziellen Absichten haben außer Entertainment. Die eine hat keine Lust, sich festlegen zu lassen (Hilfe! Listen!!!), die andere sieht immer und überall faszinierende neue Gelegenheiten, etwas zu lernen oder zu machen (Ach guck mal, ein neues Hobby!!!).

    Das stellt nichts sicher, außer, dass mein Leben nicht langweilig wird. Und ich habe gelernt, das zu würdigen und nicht gegenan zu arbeiten. Und siehe da, im letzten Jahr hat sich ganz viel gelockert und ich fülle meinen Tag mit interessanten Tätigkeiten sowie auch ein paar langweiligen abgehakten ToDos.

    Wenn ich ein Projekt nicht zuende bringe, habe ich trotzdem immer etwas in der Aktivitätsphase gelernt, was ich an anderer Stelle gebrauchen kann. Mir hilft es, das nicht als verschenkte Zeit zu sehen.

    Liebe Grüße und danke für den spannenden Denkanstoß
    Angela

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